Neue Wege für innerstädtische Netzwerke

"Neue Wege für innerstädtische Netzwerke - ein integrierter, sektorenübergreifender Ansatz zur Aktivierung der Privatinitiative"

Das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau strebt mit seiner Initiative der "Neuen Wege für innerstädtische Netzwerke" an, privates Kapital für die Innenstadtentwicklung zu erschließen.

Die Initiative verfolgt drei strategische Zielsetzungen:
1. Förderung innerstädtischer Netzwerke unter allen innenstadtrelevanten Akteuren
2. Aktivierung der Privatinitiative ggf. unter Bürgerbeteiligung
3. Sowie die mittelbare Handelsförderung durch Steigerung der Frequenz und der Attraktivität der Innenstadt.

Ausgangspunkt der Initiative ist die Erkenntnis, dass der sektorale Wirtschaftszweig Handel nur erfolgreich sein kann, wenn frühzeitig umfassend ein Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen den innenstadtrelevanten Akteuren stattfindet, damit die Potentiale einer Innenstadt im Hinblick auf ihre Geschichte, Eigenarten, Stärken und Schwächen entwickelt und entfaltet werden können. Am Beginn eines solchen Prozesses steht die Frage nach der Identität der eigenen Stadt. Was ist es, was eine Stadt unverwechselbar macht? Was sind ihre besonderen Produkte und Dienstleistungen, die sie von anderen Städten maßgeblich positiv unterscheidet? Und stimmt diese lokale Identität mit dem Image, also der Außenwirkung für Dritte, überein? Dabei werden unter innenstadtrelevanten Akteuren alle diejenigen Personen und Vereinigungen verstanden, welche die Frequenz in der Innenstadt erhöhen und für die wirtschaftliche Entwicklung und das Erscheinungsbild bedeutsam sind. Dazu gehören Vertreter der Politik, Verwaltung, Immobilienwirtschaft, Kunst-, Kultur- und Kreativwirtschaft, Gesundheitswirtschaft, Gastronomie, Hotellerie, Tourismus und der Handel. Entscheidend ist, dass die jeweilige Branche von den Vorteilen der anderen Sektoren durch Kommunikation, Dialog und Wissens- und Erfahrungsaustausch profitiert. Dieser integrierte, sektorenübergreifende Vernetzungsprozess geht über einen "reinen" Stadtmarketingansatz hinaus. Er benötigt das Engagement vieler Bürger, die bereit sind, sich für ihre Innenstadt einzusetzen. Daher sind die "Neuen Wege für innerstädtische Netzwerke" zugleich ein Möglichkeit, neue Bürgerbeteiligungsmodelle zu erproben. Ergänzend kann am Ende der Bildung "Neuer innerstädtische Netzwerke" die Entwicklung und Einbeziehung "Regionaler Finanzprodukte" stehen, die es Bürgern und Investoren ermöglichen, in rechtssicheren Einzelzweckgesellschaften ihre finanziellen Mittel, ihr Wissen und Engagement einbringen zu können. Dabei ist die rechtliche Konstruktion der "Regionalen Finanzprodukte" abhängig von den jeweiligen Ergebnissen des innerstädtischen Vernetzungsprozesses.

Die Möglichkeiten der Strukturierung des privaten Kapitals für die Innenstadtentwicklung können Sie gerne der Rubrik Handel: Regionale Finanzprodukte und privates Kapital für die Innenstadtentwicklung entnehmen. Dort finden Sie auch die Machbarkeitsstudie der Technischen Universität Wien, die gemeinsam mit Rechtsanwälten von Norton Rose, Dr. Schiffer & Partner und Ernst & Young erstellt wurde. Näheres können Sie auch der beigefügten Präsentation der "Neuen Wege für innerstädtische Netzwerke" entnehmen. Der Prozess der "Neuen Wege für innerstädtische Netzwerke" ist kein kurzfristiger, der zu einfachen Erfolgen führt, sondern erfordert Kontinuität, Ausdauer und Einsatzbereitschaft und das Zusammenwirken aller innerstädtischen Akteure. Er ist aber zugleich eine Chance, Bürger aktiv zu beteiligen, die Innenstadt mit ihren vielfältigen Funktionen der Versorgung, Erholung und Entspannung zu stärken, die Idee der "Europäischen Stadt" wieder zu beleben und dadurch mittelbar den Handel als wesentlicher innerstädtischer Akteur zu stärken.

Für weitere Informationen steht Ihnen das Download rechts zur Verfügung. Sollten Sie als Werbeverein, Zusammenschluss von Händlern, Kommune oder Bürgerinitiative an der Durchführung eines Projektes im Rahmen der neuen Wege für innerstädtische Netzwerke interessiert sein, so sind für die formlose Antragstellung folgende Unterlagen nötig:
1. Ausführliche Beschreibung des Projektkonzeptes
2. Detaillierter Kostenplan
3. Übersicht über die Finanzierung des Projektes
4. Erklärung der Stadtverwaltung, dass mindestens zehn Prozent der Gesamtkosten des Projektes übernommen werden
5. Erklärung eines Gewerbevereines o.ä., dass mindestens zehn Prozent der Gesamtkosten des Projektes übernommen werden
6. Erklärung, dass das Projekt bei Gewährung des Landeszuschusses insgesamt finanziert ist.
7. Darstellung, ob und inwieweit für einzelne Positionen des Kostenplans Umsatzsteuer nach § 15 des Umsatzsteuergesetzes als Vorsteuer abziehbar ist.

Für weitere Informationen können Sie auch gerne die in der Rubrik "Handel" aufgeführten Ansprechpartner kontaktieren.

Regionale Finanzprodukte und Privates Kapital für die Innenstadtentwicklung

Die Technische Universität Wien hat im Auftrag des Wirtschaftsministeriums im Rahmen seiner Initiative „Neue Wege für innerstädtische Netzwerke“ die Machbarkeitsstudie „Konzeption und Machbarkeitsprüfung neuer gemeinnütziger regionaler Rechtsformen und regionaler Finanzprodukte“ erarbeitet. 

Die Machbarkeitsstudie führt privatwirtschaftliche Wege auf, um sich finanziell und ideell für seine Innenstadt zu engagieren und wie innerstädtische Netzwerke den Herausforderungen der Digitalisierung im Handel, dem damit verbundenen Strukturwandel, der negativen demografischen Entwicklung sowie der Urbanisierung begegnen können.

Ziel ist es, den Bürgerinnen und Bürgern zu ermöglichen, sich an den Potentialen ihrer Stadt zu beteiligen. Hierzu bedarf es der Entwicklung entsprechender rechtssicherer Einzelzweckgesellschaften. Angedacht ist eine Zweiteilung: Bürgerinnen und Bürger, die gerne spenden wollen, benötigen ein entsprechendes Finanzvehikel. Dies könnte eine gemeinnützige Stiftung sein. Werden hingegen gewerbliche Zwecke verfolgt, z.B. bei der Sanierung eines alten denkmalgeschützten, für das Erscheinungsbild der Stadt innenstadtrelevanten Hotels, ist ein geschlossener Immobilienfonds in der Rechtsform einer GmbH & Co KG oder einer eingetragenen Genossenschaft mit klarer Haftungsbegrenzung für den einzelnen Bürger denkbar. Auch der Aufbau eines Innenstadtentwicklungsfonds unter Einsatz der Expertise von Kapitalanlagegesellschaften ist denkbar. Die Machbarkeitsstudie zeigt die verschiedenen Wege mit den entsprechenden Anforderungen, Vor- und Nachteilen auf.

Neben dem rechtlichen Aufbau ist Schwerpunkt der Machbarkeitsstudie die Verbesserung der Expertise der Bauherren. Aufgrund der Erfahrungen des Wirtschaftsministeriums aus bisherigen Projekten in rheinland-pfälzischen Städten ist neben der Finanzierung innenstadtrelevanter Infrastruktur und Gebäude auch das Wissen um die Sanierung und Renovierung innenstadtrelevanter Gebäude Hauptproblem für die mangelnde Attraktivität vieler kleiner und mittlerer Innenstädte in Rheinland-Pfalz. Hinzu kommt noch die negative demografische Entwicklung, der Wegzug der gut ausgebildeten Jüngeren in die Oberzentren der Bundesrepublik Deutschland sowie der verstärkte Wettbewerb durch den Online-Handel, der Investitionen in innenstadtrelevante Gebäude als Handelsgebäude oftmals unrentabel machen kann.

Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie stehen allen rheinland-pfälzischen Städte sowie engagierten Bürgerinnen und Bürgern und interessierten Unternehmen offen und damit ihnen die Verzahnung zwischen öffentlich-rechtlichen Erfordernissen, Bauherrenwissen sowie privaten Finanzierungsmöglichkeiten möglich ist.

Die Neuen Wege für innerstädtische Netzwerke geben allen innerstädtisch relevanten Akteuren wie Händlern, Gastronomen, Hoteliers, Künstlern, Architekten, Stadtplaner, Verwaltungsexperten, Finanzfachexperten etc. die Möglichkeit, sich über die Entwicklungspotentiale ihrer Stadt auszutauschen und neue und zugleich bewährte Wege bei der Finanzierung innerstädtisch relevanter Projekte zu gehen.

Zugleich ist die Etablierung „Regionaler Finanzprodukte“ innerhalb der „Neuen Wege für innerstädtische Netzwerke“ auch ein Beitrag zur Sicherung der Nahversorgung. Die Sicherung der Attraktivität der Städte in Rheinland-Pfalz ist vor dem Hintergrund der Zielsetzung der Sicherung der Nahversorgung gem. Grundsatz 56 des Landesentwicklungsprogramms (LEP IV) Rheinland-Pfalz entscheidend zur aktiven Bewältigung des demografischen Wandels.

Dokument zum Download:
Machbarkeitsstudie TU Wien

Pilotprojekt Kulturstadt Unkel am Rhein

Im Rahmen der "Neuen Wege für innerstädtische Netzwerke" wurde 2012 das Pilotprojekt "Kulturstadt Unkel am Rhein - Entwicklung eines kulturbasierten Netzwerkes unter aktiver Bürgerbeteiligung" durchgeführt. Das Pilotprojekt strebte die kulturwirtschaftliche Inwertsetzung und die Verbesserung innenstadtrelevanter Immobilien an. Gemeinsam mit Unkeler Bürgern, der Zukunftswerkstatt Unkel, des Tourismus- und Gewerbevereins sowie der Pilotgruppe Unkel erarbeitete der Verein für Kultur und Arbeit e. V. mit seiner Geschäftsführerin, Frau Dr. Karin Drda-Kühn, in Zusammenarbeit mit dem Projektentwickler und Immobilienspezialisten, Professor Ing. Dietmar Wiegand, ein zukunftsfähiges umsetzungsorientiertes Projekt. Das Wirtschaftsministerium unterstützte gemeinsam mit der Stadt Unkel diesen Prozess.

Das Pilotprojekt hatte einen klaren Focus auf der Aktivierung der Privatinitiative unter bürgerschaftlicher Beteiligung. Ziel war es, die kulturwirtschaftlichen Potentiale Unkels zugunsten einer positiven Innenstadtentwicklung zu erschließen.

Die Inwertsetzung einer kleineren Stadt durch die Kreativwirtschaft erwies sich dabei als ein tragfähiger, nachhaltiger Ansatz. Das Projekt hatte ein vielfältiges und besonderes gesellschaftliches Engagement bei den Bürgerinnen und Bürger in Unkel ausgelöst, das bis heute anhält. Als besondere Ergebnisse des Projekts sind unter anderem zu nennen: Aufbau von dauerhaften Projektstrukturen einschl. Netzwerks- und Kommunikationsstrukturen, Entwicklung eines identitätsstiftenden Logos, Schaffung der Voraussetzungen für die Installation eines Stadtmanagers, Aufbau eines Kulturkalenders sowie Immobilienberatung, Vermittlung von Immobilienwissen für Eigentümer von innenstadtrelevanten Gebäuden und Erstellung eines Immobilienkatasters einschließlich Erarbeitung einer Gestaltungssatzung. Als Ergebnis des Pilotprojekts gründeten die Bürgerinnen und Bürger auch die Entwicklungsagentur Unkel e.V. Vielzählige Veranstaltungen im Bereich Kultur wurden initiiert bzw. fortgesetzt. So gibt es die renommierten Veranstaltungen "design + gestaltung am rhein", die alljährlich an Pfingsten mit dem galerie forum mainz durchgeführt werden, "Musik in Unkeler Gassen", die ars fontana organisieren, sowie Kunst in "Unkeler Höfe" der Privaten Kulturinitiative Unkel.

Das Pilotprojekt Kulturstadt Unkel am Rhein war auch ein Beitrag zur Stärkung kleinerer und mittlerer Städte, die in besonderem Maße vom Strukturwandel durch die demografische Entwicklung betroffen sind, aber zugleich über eine engagierte Bürgerschaft verfügen.

Externe Links:
www.unkel.de
www.verein-kultur-und-arbeit.de

PowerPoint

 

 

Innenstadtmoderation Zweibrücken

Beim umsetzungsorientierten Projekt „Innenstadtmoderation Zweibrücken“ standen der innerstädtische Einzelhandel und seine Vertreter im Focus. Ziel war es, ein innerstädtisches Netzwerk zur Stärkung des Einzelhandels aufzubauen und somit die innerstädtische Entwicklung zu verbessern.

In den Arbeitsgruppen „Kommunikation“, „Einzelhandel“ und „Innerstädtische Entwicklung“ wurden unter anderem folgende Projekte erfolgreich umgesetzt wie die Verschönerung und Aufwertung des Samstagswochenmarktes, Einrichtung der erfolgreichen „feierabend“-Reihe, Vereinbarung von Spielregeln für den Wissens- und Erfahrungsaustausch, Einrichtung eines „Zweibrücker-Advent“, Verbesserung der Anbindung der Innenstadt an die „The Style Outlets“ durch Werbung und Kommunikation sowie der Erarbeitung eines Entwurfs einer Agenda „2025 für die Innenstadtentwicklung von Zweibrücken“.

Dokument zum Download:
Abschlussbericht

Kooperationsinitiative Mayen

Das Projekt "Kooperationsinitiative Mayen" legt den Schwerpunkt auf die Entwicklung eines Standortmarketingkonzepts für Mayen. Ziel ist es, die Vermarktung und die Positionierung von Mayen als Marke zu verbessern. Gemeinsam mit einem innerstädtischen Netzwerk aus Politik, Handel, Verwaltung, Gastronomie, Gesundheitswirtschaft, Immobilienwirtschaft wird eine Strategie für Mayen als attraktiver Einkaufs- und Erlebnisstandort erarbeitet. Dabei werden die Bürgerinnen und Bürger innerhalb eines Onlinemoduls an der Entwicklung beteiligt und die jeweiligen Ergebnisse der Strategieworkshops mit den Anliegen und Ideen der Bürgerinnen und Bürger verzahnt. Auch werden Maßnahmen wie einzelbetriebliche Beratung, Beratung von innenstadtrelevanten Immobilieneigentümern, Vernetzung der Akteure sowie aktives Leerstandsmanagement umgesetzt. Das Projekt wurde 2015 erfolgreich beendet und hat zu einem Aufbau eines aktiven innerstädtischen Netzwerks geführt, das es jetzt gilt mit Mut, Tatkraft und Privatinitiative zu verstetigen. Handel, Politik, Verwaltung und Unternehmen wollen jetzt vorausschauend und gemeinschaftlich einen Schwerpunkt auf den digitalen Wandel legen, um Mayen als attraktive Stadt zu etablieren. Es gilt, digitale Elemente in die Innenstadt von Mayen zu integrieren und Offline und Online zu No-Line zusammenzudenken.

Die Kooperationsinitiative Mayen hat ein aktives innerstädtisches Netzwerk von Wirtschaft, Handel, Tourismus, Verwaltung, Politik, Immobilienwirtschaft etabliert. Ein solches Netzwerk ist die Grundlage für eine attraktive Innenstadt. Sie können die vielfältigen und zielführenden Ergebnisse in dem nachstehenden Standortmarketingkonzept Mayen kennenlernen.

Zu Ihrer Arbeitserleichterung finden Sie nachstehend die wesentlichen Ergebnisse der Kooperationsinitiative Mayen:
1.Ziel: Entwicklung einer belastbaren, individuellen Vermarktungsstrategie für den Standort Mayen.

2.Wie: Etablierung eines innerstädtischen Netzwerks von Handel, Tourismus, Politik, Verwaltung und Immobilienwirtschaft, das die Sicht des Kunden in den Mittelpunkt stellt.


3.Vision: Veränderungen willkommen. Wir lösen sie zukunftsbejahend und sicher. Gemeinsam. Erlebbar. Reizvoll.


4.Umsetzung durch vier Schwerpunktprojekte:
•Koordinationsplattform Standortmarketing (S. 70)
•Gründung des Expertenrates Leerstandmanagement (S. 57, 74)
•Etablierung des Standortmarketingfonds Mayen (S. 72, 73)
•Etablierung Kamingespräche Wirtschaft und Stadt (S. 75)


5. Weitere zukunftsfähige Projekte, die kurzfristig umgesetzt werden sollen, sind:
•Wir sind Mayen - das Filmprojekt (S. 65)
•Durchführung eines Wettbewerbs "Die schönste Straße in Mayen" (S. 46)
•Vermarktung des Alleinstellungsmerkmals von Mayen "Bienenfreundliche Stadt" und Ausrichtung des städtischen Erscheinungsbildes hierauf (S. 55)
•Etablierung von All-in-One-Angeboten im Bereich Tourismus (S. 50)

Die Kooperationsinitiative hat gezeigt, welche innovativen Konzepte gemeinschaftlich erarbeitet werden können. Sie geht Veränderungen, die durch die Digitalisierung im Handel und dem damit verbundenen Strukturwandel für die kleineren und mittleren Städte in Rheinland-Pfalz und deren Entwicklungsmöglichkeiten entstehen, mutig und zielorientiert an. Die erarbeiteten Ergebnisse werden schon jetzt zügig und kooperativ umgesetzt.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen gerne das Handelsreferat (siehe Ansprechpartner in der Rubrik Handel) sowie der Leiter des Projekts in der Stadtverwaltung Mayen Heiner Thelen und der Projektleiter Dr. Peter Markert der imakomm Akademie: Heiner Thelen, Stadtverwaltung Mayen - Fachbereich 3 - Stadtentwicklung, Finanzen, Touristik- Rosengasse 2, 56727 Mayen, Tel.: 02651 - 88 22 00, Fax: 02651 - 885 3000 E-Mail: heiner.thelen@mayen.de, www.mayenzeit.de Dr. Peter Markert, imakomm Akademie GmbH, Geschäftsführung und Institutsleitung, Ulmer Straße 130, 73431 Aalen, Tel. 07361.52829-0, E-Mail: markert@imakomm-akademie.de, www.imakomm-akademie.de

Dokumente zum Download:
Workshop 1
Workshop 2
Strategieworkshop
Bürgerveranstaltung
Standortmarketingkonzept

 

 

Digitalinitiative Mayen - Offline und Online zusammendenken

Im Rahmen der Neuen Wege für innerstädtische Netzwerke soll eine neue Form der Digitalisierung einer rheinland-pfälzischen Innenstadt durchgeführt werden.

Ziel ist es, modellhaft anhand des Projekts "Digitalinitiative Mayen - Offline und Online zu No-Line zusammendenken" Möglichkeiten aufzuzeigen, wie digitale Elemente in eine mittelgroße Innenstadt in Rheinland-Pfalz integriert werden können.

Digitale Elemente können sein:

  • Verlängerte Ladentheken z.B. durch integrierte Tablets
  • Interaktive Schaufenster, die den Abschluss eines Kaufvertrages bei geschlossenem Laden ermöglichen.
  • Interaktive Spiegel, die dem Kunden die oftmals umständliche Anprobe ersparen. Das ist gerade für Modehändler mit älterem Kundensegment bedeutsam.
  • Mobiler Check-Out im Kassenbereich unter Einsatz eines portablen Point-of-Sale oder mit dem Smartphone/Tablet.
  • Einsatz von NFC-Technologien an der Kasse ggf. mit entsprechenden Kooperationen von lokalen Kreditinstituten und Händlern, Gastronomen etc. vor Ort.
  • Verstärkte Investitionen in den Ladenbau, um die Aufenthaltsqualität in den Läden und in der Innenstadt zu verbessern und zugleich das lokale Handwerk zu fördern. Die o.a. digitale Elemente könnten in den Ladenbau integriert werden.
  • Weiterbildung des Fachpersonals im Hinblick auf die Nutzung der digitalen Elemente im Verkaufs- und Beratungsprozess.
  • Lieferservice anbieten unter Einsatz des innerstädtischen Netzwerks und Kooperationen mit örtlichen Lieferunternehmen, Autohändlern, Taxis.
  • Aufbau eines digitalen Marktplatzes, der die Serviceleistungen der Innenstadt auch online abbildet und dem Kunden Serviceleistungen wie Online-Buchung eines Parkplatzes einschl. Bezahlung zur Verfügung stellt. Auch Geschäfte, Restaurants, Museen, Kulturangebote etc. mit Serviceangebot, Öffnungszeiten, Erreichbarkeit etc. wären einsehbar.

Die negative demografische Entwicklung, die Digitalisierung und der Strukturwandel im Handel stellen für viele kleinere und mittlere Städte in Rheinland-Pfalz eine Herausforderung dar. Zunehmender Leerstand, der Wegzug der jüngeren und oftmals leistungsfähigeren in die großen Städte von Rheinland-Pfalz, Deutschland und Europa und der Trend zur Urbanisierung bedrohen den vitalen Zusammenhalt vor Ort. Auch der zunehmende Onlinehandel stellt für viele Städte eine Herausforderung dar. Verstärkt zeigt sich der zunehmende Wettbewerb auch in einem Rückgang der Vielfalt der Sortimentsstruktur und dem Rückzug des inhabergeführten Handels, der gerade für den Zusammenhalt in einer kleineren und mittleren Stadt unerlässlich ist.

Für zukunftsorientierte Städte ist es daher umso wichtiger, integriert und vernetzt sowie kundenorientiert zu denken. Der Kunde denkt nicht mehr in Einkaufskanälen, sondern verknüpft Offline und Online. Handelsforscher sprechen mittlerweile von "No-Line". Für die Städte in Rheinland-Pfalz ist es daher um so wichtiger, neue Modelle der Vernetzung in der Innenstadt zu entwickeln, um den Kunden dort abzuholen, wo er steht. Durch das Projekt soll diese Verknüpfung beispielhaft umgesetzt werden. Dabei kann auf das bestehende innerstädtische Netzwerk von Handel, Politik, Verwaltung, Gesundheitswirtschaft, Kreativwirtschaft und Immobilieneigentümer gesetzt werden, das im Rahmen der Kooperationsinitiative Mayen nachhaltig aufgebaut wurde.

Die Projektlaufzeit beträgt 6 Jahre. Das Projekt wird voraussichtlich 2022 beendet sein.

Hier finden Sie den Bericht der durchgeführten Digitalisierungs-Maßnahmen im Zeitraum vom 01.10.2016 - 15.11.2016

 

 

Gemeinsam für Idar-Oberstein - Umsetzungsorientiertes Standortmarketing

Die Stadt Idar-Oberstein leidet in besonderem Maße unter dem Strukturwandel, der mit demografischen Entwicklung, dem Wegzug der jüngeren Bevölkerungsschichten in die Metropolregionen, dem zunehmenden Onlinehandel, der Digitalisierung des Handels, der Schließung von traditionellen inhabergeführten Handelsgeschäften sowie mit akutem Immobilienleerstand verbunden ist.

Das Projekt „Umsetzungsorientiertes Standortmarketing in Idar-Oberstein“ verfolgt das Ziel, die Innenstadt von Idar-Oberstein zu attraktivieren. Es soll die unternehmerische Initiative aktivieren und Mut für den Strukturwandel machen.

In einem ersten Schritt finden Workshops zur Identitäts- und Markenbildung mit den Bürgerinnen und Bürgern aus Idar-Oberstein statt. Der erste Workshop hat schon am 21. Juli 2014 stattgefunden.

Ziel war es, die Identität, die Stärken und Schwächen des Standortes Idar-Oberstein gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürger zu erarbeiten.  Im Mittelpunkt dieser Workshops steht das Anliegen, herauszufinden und zu erarbeiten, was ist das Besondere, das Einzigartig, das Idar-Oberstein und seine Region ausmacht.

In einem zweiten Schritt soll das Konzept einer City-Card als Kundenbindungsinstrument erarbeitet werden. Bei all den Schritten steht der Kunde im Mittelpunkt. Was möchte der Kunde? Wie kauft der Kunde ein? Warum kauft er in Idar-Oberstein ein? Die Ergebnisse sollen in das Angebot der Idar-Obersteiner Innenstadt miteinfließen.

Das Projekt „Gemeinsam für Idar-Oberstein – Umsetzungsorientiertes Standortmarketing“ wird von den Bürgerinnen und Bürgern gut angenommen. Über 100 Bürgerinnen und Bürger, Händler, Gastronomen, Kulturinteressierte etc. engagieren sich ehrenamtlich und bauen ein schlagkräftiges, innerstädtisches Netzwerk auf.

Auf Basis einer in der ersten Zukunftsmoderation durchgeführten Abfrage nach den Brennpunktthemen in Idar-Oberstein wurde gemeinsam ein Fragebogen zur repräsentativen Bevölkerungsbefragung erarbeitet. Durchgeführt wurde die Befragung im Oktober 2014 durch freiwillige Helfer aus der Steuerungsgruppe in ca. 500 ausgewählten Haushalten und online. Insgesamt wurden knapp 1.000 Fragebögen ausgewertet. Das Ergebnis dient den einzelnen Arbeitsgruppen als Grundlage für die Auswahl und Priorisierung von Projekten. Viele der Projekte sind schon in Teamarbeit gemeinschaftlich und schnell umgesetzt worden.

Die Event- und Weihnachtsbeleuchtung in der Fußgängerzone wurde mit erheblichen privaten Mitteln erneuert, der Weihnachtsmarkt in seinem Auftritt überarbeitet und alle Arbeitsgruppen über Kommunikation, Tourismus, Veranstaltungen, Kultur und Naherholung arbeiten zielstrebig und kontinuierlich zusammen. Die Umsetzung einzelner, kleiner Projekte geht Hand in Hand mit strategischen Planungen und Überlegungen. Für jede Idee überlegen sich die Mitglieder einer Arbeitsgruppe, wie die Idee möglichst einfach, schnell und kostengünstig umgesetzt werden kann. Und vor allen Dingen: Von Wem diese umgesetzt werden kann. Ziel ist es, die Hemmschwelle niedrig zu halten, so dass schnelle Erfolge sichtbar werden. Das stärkt den Zusammenhalt und motiviert.

Auch wurde ein identitätsstiftendes Logo gemeinsam mit einem engagierten Kommunikationsdesigner vor Ort entwickelt (Corporate Design Idar-Oberstein). Dieses soll den gesamten Auftritt der Stadt Idar-Oberstein unterstützen und wird je nach Bereich von einem entsprechenden Farbkonzept unterlegt. Zugleich verbirgt sich dahinter ein Plädoyer für ein attraktives Leben im ländlichen Raum in Rheinland-Pfalz. Es soll Lust auf Natur, Erholung und Lebensqualität machen und zeigt die Identität von Idar-Oberstein als handwerklich hochwertiger Edelsteinstadt.

Dokumente zum Download:
Protokoll Zukunftsmoderation
Vortrag Gemeinsam für Idar-Oberstein
Strategiehandbuch Standortentwicklung Idar-Oberstein