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Digitale Wirtschaft

Entwicklungen in der "Digitalen Wirtschaft" durchdringen die Prozesse, Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle nahezu aller Wirtschaftsbereiche. Gerade kreative Berufe profitieren von den Entwicklungen der Digitalisierung. Sie wirken sich nachhaltig auf alle Lebensbereiche, unsere Gesellschaft, die Wirtschaft und den globalen Wissens- und Knowhow-Transfer aus. Zukünftig werden Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle am Markt bestehen können, die sich in besonderem Maße durch eine hohe Evolutionsfähigkeit entgegen möglicher Disruption weiterentwickeln oder durch eine sehr hohe Innovationsfähigkeit auszeichnen.

Es entstehen neue Geschäftsmodelle und Produkte. Durch die technologische Disruption entstehen zudem neue Märkte. Mit der Verdrängung vorhandener Märkte, Produkte und Dienstleistungen geht eine hohe Transformation vorhandener Branchen und Wirtschaftszweige einher.

Der Arbeitsbereich "Digitale Wirtschaft" des MWVLW begleitet die rheinland-pfälzischen Unternehmen durch Schwerpunktaktivitäten, Netzwerke, Modellmaßnahmen und geeignete Medien. Der Arbeitsbereich bringt die Interessen des Landes Rheinland-Pfalz in die Bundesinitiative des IT-Gipfelprozesses ein. Hierbei gelingt es, die auf Bundesebene in Foren und Arbeitsgruppen erarbeiteten Informationen und Inhalte auf Ihre Übertragbarkeit hin zu überprüfen und anhand geeigneter Maßnahmen auf das Land Rheinland-Pfalz zu übertragen.

Zudem wirkt der Arbeitsbereich Digitale Wirtschaft des MWVLW an der Verwertung der Ergebnisse des Monitoring-Report Wirtschaft DIGITAL mit, der durch TNS Infratest zusammen mit dem ZEW Mannheim erarbeitet wird. In der neusten Fassung des Monitoring Reports Wirtschaft-Digital, der im September 2015 veröffentlicht wurde, konnten erstmals Ergebnisse zum Digitalisierungsgrad der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland, differenziert nach Branchen, bewertet werden. Außerdem wurde ein konkreter Mehrwert der Digitalen Wirtschaft für den Standort Deutschland festgestellt sowie eine Standortbewertung Deutschlands im internationalen Vergleich (Standortindex DIGITAL) vorgenommen: Die Digitale Wirtschaft in Deutschland rückt auf Platz 6 im internationalen Standortindex DIGITAL. Bei den IKT-Umsätzen konnte sich Deutschland mit einem Anteil von 3,6 Prozent an den weltweiten Umsätzen auf Platz fünf etablieren.

Des Weiteren wurde festgestellt, dass mit einem Umsatz von 221 Mrd. € und gut einer Million Arbeitnehmern die Digitale Wirtschaft einen bedeutenden Zweig der deutschen Wirtschaft ausmacht. Auch wenn der Digitalisierungsgrad der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland laut der benannten Studie im Wirtschaftsindex DIGITAL bei 49 von 100 möglichen Punkten liegt, so werden bereits heute von etwa 27% der Unternehmen mehr als 60 Prozent ihres Umsatzes digital erwirtschaftet.

Die Durchdringung der Digitalen Wirtschaft und ihre Nutzung entscheiden heute darüber, wie Volkswirtschaften - und mithin wie klassische Industriezweige - im kommenden digitalen Zeitalter bestehen können. Die Chancen, die die Digitalisierung bietet, sind für Deutschland enorm, aber gleichzeitig spiegelt sie derzeit die Achillesferse der deutschen Wirtschaft wider. Die Digitale Wirtschaft, die die Informations- und Kommunikationswirtschaft sowie die Internetwirtschaft umfasst, ist ein bedeutender Bereich der rheinland-pfälzischen Wirtschaft. In den der Digitalen Wirtschaft anhängenden Branchen sind in unserem Land ca. 57.000 Erwerbstätige beschäftigt, das entspricht ca. 3,11 % der Erwerbstätigen in Rheinland-Pfalz. Mit einem Umsatz von ca. 10 Mrd. Euro erwirtschaften diese ca. 8,2 % der rheinland-pfälzischen Wertschöpfung. Im Jahr 2013 gab es einen Umsatzzuwachs im Bereich Information und Kommunikation von +9,3% zu verzeichnen, einhergehend mit einem steigenden Beschäftigungszuwachs von +12%.

Derzeit liegen weitere inhaltliche Schwerpunkte in den Bereichen

  • Informations- und Kommunikationswirtschaft
  • IT-Sicherheit
  • Etablierung des Software-/ Gamesforum Rheinland-Pfalz "GameUp!".
Informations- und Kommunikationswirtschaft

Die Entwicklung und Ausbreitung neuer Techniken und Medien der Information und Kommunikation, besonders der mobiler Endgeräte, aber auch mobiler Anwendungen schreiten rasant voran. Neue technische Infrastrukturen, Plattformen und Dienste sind Ausdruck dieser Veränderungen. Sie eröffnen neue Zugänge für Information und Kommunikation ebenso wie für Wissensvermittlung und Bildung.

Über die Betrachtung der eigentlichen Informationstechnologie und der IKT-Branche hinaus, steht die Branche als "Enabler" für branchen- bzw. themenabhängige Anwendungsszenarien bzw. Herausforderungen in den Bereichen Energie, Gesundheit, Mobilität, Handel oder Logistik im Zentrum des wirtschaftlichen Interesses der Landesregierung.

Schwerpunkte bilden dabei Projekte und Maßnahmen der Bereiche
• Netzwerkbildung
• Software / Games / Mobile Anwendungen
• IT-Dienstleistungen
welche die IKT-Branche adressieren bzw. den Themenbereich IKT(-Anwendungen) im Umfeld kleiner und mittelständischer Unternehmen in Rheinland-Pfalz fokussieren.

Mit knapp 1 Mio. Beschäftigten ist die ITK-Branche der zweitgrößte industrielle Arbeitgeber in Deutschland. Seit 2010 haben die ITK-Unternehmen mehr als 100.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Weitere 47.000 neue Stellen können in den nächsten 2 Jahren erwartet werden. Allein im Jahr 2014 sind nach einer aktuellen Schätzung des Digitalverbands Bitkom 26.000 neue Arbeitsplätze entstanden und damit zweieinhalb Mal so viele wie ursprünglich angenommen. Im laufenden Jahr rechnet der Verband mit einem weiteren Wachstum um 21.000 Stellen. Diese Unternehmen entwickeln Produkte und Dienstleistungen für die Digitalisierung der Wirtschaft. Sie liefern Anwendungen für Branchenlösungen, Cloud Computing, IT-Sicherheit, Big Data, mobile Applikationen und dezentrale Speicherlösungen. Der IKT-Sektor gehört neben den Branchen Maschinenbau, Automobilindustrie und Elektrotechnik-/Elektronik-industrie zu den größten Wirtschaftszweigen und leistet als hoch innovative Branche einen überdurchschnittlichen Beitrag zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum in Deutschland. (Quelle: BITKOM, Stand März 2015)

Die Informations- und Kommunikationsbranche ist eine typische Mittelstandsdomäne. Laut Unternehmensregister waren im Jahr 2012 etwa 5.307 Unternehmen der rheinland-pfälzischen IKT-Branche zuzuordnen. Etwa 4.600 umsatzsteuerpflichtige Unternehmen erwirtschafteten einen Anteil von 3,1 % des rheinland-pfälzischen Gesamtumsatzes. Mittelständler erwirtschafteten im Jahr 2013 einen Anteil von 43% des in dieser Branche erzielten Umsatzes. Im Wirtschaftsbereich Information und Kommunikation sind ca. 43.900 Erwerbstätige beschäftigt. Großbetriebe mit mindestens 250 Beschäftigten vereinigen 34% aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze auf sich. Mit 68% boten mehr als zwei von drei Unternehmen mit maximal fünf Beschäftigten den Großteil der Arbeitsplätze dieser Branche.

(Quelle: Mittelstandsbericht 2015 auf Basis: Umsatzsteuerstatistik 2013, Beschäftigtenstatistik 2014 von Bundesagentur für Arbeit sowie Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz)

 

Externe Links:
https://www.bitkom.org/Marktdaten/ITK-Arbeitsmarkt/index.jsp
http://www.mwkel.rlp.de/File/Mittelstandsbericht-2015-pdf/_2/

 

IT-Sicherheit

Das Ziel, Deutschland bei der Digitalisierung zu einem führenden Land in Europa zu machen, kann nicht ohne das wichtige Thema IT-Sicherheit erreicht werden. Die deutsche IT-Sicherheitswirtschaft nimmt aufgrund ihrer besonderen Stärken dabei eine Schlüsselrolle ein. Das Sicherheitsbewusstsein hält mit dem Digitalisierungszuwachs - auf der Basismessung 2011 - nicht Schritt, ist teilweise sogar rückläufig. Deuteten die Zwischenmessungen in den letzten drei Jahren noch eine positive Tendenz an, so hat sich diese nicht fortgesetzt. Größere Unternehmen verfügen über mehr Schutzmaßnahmen als kleinere, die Schwachstellen sind aber vergleichbar.

Erforderlich sind Maßnahmen, die das Risiko-Bewusstsein innerhalb der Unternehmen steigern. Es geht aber auch um die Stärkung von Kompetenzen, konkrete Maßnahmen zu ergreifen. Zwar hat sich der reine Internetschutz über die vergangenen Jahre gut etabliert: Firewalls, Virenscannern, Spamfiltern gehören in Unternehmen heute mit über 90 % zur Regel. Ein systematischer Einsatz weiterer Sicherheitstechnologien sowie eine Sensibilisierung von Mitarbeitern stehen dahinter aber deutlich zurück. Besonders problematisch erweist sich die mangelnde Sicherheit der E-Mail-Kommunikation und Absicherung mobiler Geräte. Als wichtiger Trend wird seit 2012 auch die Entwicklung des Cloud Computing beobachtet, wobei die Auseinandersetzung mit grundlegenden Sicherheitsanforderungen noch wenig ausgeprägt.

Das Bundeskabinett hat am 12.06.2015 das Gesetz zur Erhöhung der Sicherheit informationstechnischer Systeme ("IT-Sicherheitsgesetz") beschlossen. Damit sind die Grundlagen zur Schaffung der Rahmenbedingungen zur Verbesserung der IT-Sicherheit bei Unternehmen, insbesondere bei kritischen Infrastrukturen, zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger in einem sicheren Netz sowie zum verstärkten Schutz der IT des Bundes gelegt worden. Auch auf Landesebene werden bereits seit Jahren seitens des Landes Rheinland-Pfalz Maßnahmen zur Begleitung, Information und Sensibilisierung der Unternehmen durchgeführt. Ziel ist, den Mittelstand als die tragende Säule der rheinland-pfälzischen Wirtschaft durch entsprechende Aufklärungsarbeit stärker zu sensibilisieren. Hier arbeiten das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau (MWVLW) und das Ministerium für Inneres, Sport und Infrastruktur in enger inhaltlicher Abstimmung und führen hierzu entsprechende Schwerpunktmaßnahmen durch.

Im besonderen Fokus bei der Sensibilisierung der Unternehmen stehen Aufklärungsgespräche nach dem Interesse an Daten der Konkurrenz aus dem In- und Ausland, welche Position die eigenen Mitarbeiter in der IT-Sicherheit des Unternehmens einnehmen können und welche weiteren Einflüsse und möglichen Gefahren ggf. zukünftig noch zu erwarten sind.

KOMZET:
Mit der Förderung des KOMZET hat die Landesregierung gemeinsam mit der Handwerkskammer Rheinhessen bereits im Dezember 2005 die Errichtung eines Kompetenzzentrums (KOMZET) für IT-Sicherheit und Qualifizierte digitale Signatur bei der Handwerkskammer Rheinhessen unterstützt und in den Folgejahren intensiviert. Das KOMZET arbeitet eng mit Konzeptpartnern, Herstellern von Hard- und Softwarelösungen und unterschiedlichen Providern sowie Dienstleistungsunternehmen aus dem IT Bereich zusammen. Die gewonnenen Erfahrungen können unmittelbar an die Betriebe weitergegeben werden. Auch andere Kammern und Verbände sowie Innungen profitieren von der Einrichtung KOMZET. So werden beispielsweise durch das KOMZET Best-Practise Lösungen erarbeitet und weitergegeben. Mit der Auftaktveranstaltung am 10. Juni 2015 ist eine landesweite Informationskampagne für klein- und mittelständische Unternehmen gestartet worden. Neben der Funktion als Multiplikator bietet das KOMZET Weiterbildungsmöglichkeiten für Auszubildende in Berufsschulen und Berufsbildungszentren, Meisterkurse bis hin zu qualifizierenden IT Security - Kursen für Studienabgänger von Fachhochschulen und Universitäten oder Weiterbildungsinteressenten mit akademischen Hintergrund an.

Sicherheitspartnerschaft:
Mit der bereits Mitte der 1990er Jahre gegründeten und durch eine schriftliche Vereinbarung in den vergangenen Jahren inhaltlich und organisatorisch begründete Sicherheitspartnerschaft nimmt Rheinland-Pfalz eine Vorreiterrolle für die Einbindung von Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung in präventive Abwehrstrategien ein. Durch gezielte Sensibilisierungsgespräche und Aufklärungsarbeit über "Roadschows" setzt der Verfassungsschutz seine Präventionsarbeit aktuell auf hohem Niveau fort. Nachgefragt sind insbesondere Vortragsveranstaltungen in Unternehmerkreisen, Workshops und Tagungen, die durch ihre Multiplikatorenwirkung die Sensibilität für Spionagegefahren erhöhen sollen. Dies ist auch wesentlich als Schutz der Unternehmen vor der wirkungsgleichen Konkurrenzausspähung. Die Expertisen der Spionageabwehr werden darüber hinaus auch auf Fachkongressen einer breiteren Öffentlichkeit präsentiert, Experten und Unternehmer werden zu informativen Diskussionsrunden und gegenseitigem Austausch geladen. Aufgrund der unternehmensnahen Beratung gelingt es den Kollegen des Verfassungsschutzes jeweils über die aktuelle Gefahrenlage im Bereich der Wirtschaftsspionage zu informieren und die Unternehmer hinreichend zu sensibilisieren.

Die aktiven Partner in der Sicherheitspartnerschaft sind:
• die Landesvereinigung Rheinland-Pfälzischer Unternehmerverbände e.V.
• die Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern in Rheinland-Pfalz
• die Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern in Rheinland-Pfalz
• die Vereinigung für die Sicherheit der Wirtschaft Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland e.V.
• das Ministerium des Inneren, für Sport und Infrastruktur des Landes Rheinland-Pfalz (MWVLW)
• das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz (MWVLW).

Externer Link:
http://www.komzet-hwk.de/

Zum Download: IT-Sicherheitsbotschafter

Software-/ Gamesforum Rheinland-Pfalz: „GameUp!“

Die Software-/Games-Industrie ist sowohl Teilbereich der Digitalen Wirtschaft als auch Teilbereich der Kultur- und Kreativwirtschaft. Sie ist bekannt ist als innovativer Impulsgeber und Wachstumsmarkt mit enormem wirtschaftlichen Potenzial. Deutschland zählt weltweit zu den größten Absatzmärkten für digitale Spiele und hat sich derzeit zu einem der weltweit wichtigsten Produktionsstandorte für Mobile, Online- und Browser-Spiele entwickelt. Als eine zentrale Säule der deutschen Medienwirtschaft und Massenmedium hat die Branche sowohl die Musikindustrie sowie den Filmmarkt in Bezug auf das Wachstumstempo deutlich überholt.

Als Leitmedium des digitalen Zeitalters vermitteln Games in spielerischer Interaktion Inhalte. Damit erleichtern sie Lern- und Entwicklungsprozesse in der schulischen und beruflichen Bildung, unterstützen therapeutische Verfahren in der Medizin und tragen zu Innovationen in anderen Wirtschaftszweigen bei. Die Branche ist ein wichtiger Innovationstreiber und nimmt eine Schlüsselrolle für die deutsche Wirtschaft ein, da sie kreatives Schaffen mit Hochtechnologie verbindet. 3-D-Software aus der Spiele-Branche vereinfacht heute die Simulation von Produktionsprozessen in der Industrie oder die räumliche Visualisierung in der Architektur und im Bauwesen. Serious Games, Gamification, Virtual Reality und 3 D-Simulationen leisten einen zentralen Beitrag zur Gestaltung der Gesamtwirtschaft.

Der Bereich Software/Games birgt am Standort Rheinland-Pfalz in Trier, verbunden aber auch mit weiteren Hochschulstandorten, herausragende Potenziale, die die Landesregierung mit Unterstützung der Hochschule und der IMG Management GmbH heben wird. So kann ein weiterer für die Entwicklung des Standortes und die Stärkung der Position Rheinland-Pfalz erreicht werden.

Externer Link:
www.game-up.de

 

 

Ansprechpartner

Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau
Vera Krupinski
Kaiser-Friedrich-Straße 1
55116 Mainz
Telefon: 06131-16-5837
Fax: 06131-1617-5837
Vera.Krupinski(at)mwvlw.rlp.de