Dienstleistungen - Ein Wachstumsbereich

Dienstleistungen werden in der Wirtschaft vielfältig erbracht: personenbezogene Dienst­leistungen im Haushalt und im Gesundheitswesen, in Handel und Gastronomie, unternehmensbezogene Dienstleistungen von Steuerberatern oder IT-Dienstleistern oder auch produkt­begleitende Dienstleistungen zum Beispiel Service und Wartung von technischen Geräten sind nur einige Beispiele für diesen Wirtschaftsbereich. Er hat in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zugenommen und stellt in Rheinland-Pfalz mehr als 70 Prozent der Arbeitsplätze. Auch Unternehmensgründungen finden ganz überwiegend als Dienstleistungs­unternehmen statt und spiegeln so die Entwicklung zur Dienstleitungsgesellschaft.

Innovative, wettbewerbsfähige und qualitativ hochwertige Dienstleistungen erschließen nicht nur selbst Wachstumspotentiale, sondern verhelfen auch gleichzeitig ihren Kunden zu mehr Produktivität und Innovation. Unternehmensdienstleistungen sind heute so eng mit der industriellen Produktion verbunden, dass sie zu einem wichtigen Erfolgsfaktor für Produktion und Warenexport werden.

Das Statistische Landesamt meldete im Oktober 2020:
Durch freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen wurden im Jahr 2018 in Rheinland-Pfalz 15 Milliarden Euro umgesetzt. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems war auf der Basis der Strukturerhebung im Dienstleistungsbereich dieser Wirtschaftszweig 2018 der umsatzstärkste Bereich innerhalb der unternehmensnahen Dienstleistungen. An zweiter Stelle folgte die Branche „Verkehr und Lagerei“ mit Erlösen von elf Milliarden Euro. Der drittgrößte Bereich „Information und Kommunikation“ verzeichnete acht Milliarden Euro Umsatz.

Misst man die Bedeutung eines Wirtschaftszweigs anhand der Beschäftigtenzahl, entsteht eine andere Rangfolge: Obwohl die Branche „Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ – gemessen am Umsatz – mit knapp sieben Milliarden Euro Erlös auf Rang vier der unternehmensnahen Dienstleistungen lag, war etwa ein Drittel der Beschäftigten dort tätig. Zu den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen zählen die Gebäudebetreuung und der Garten- und Landschaftsbau mit zusammen 53.100 Beschäftigten sowie andere personalintensive Bereiche wie die Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften und Wach- und Sicherheitsdienste.

Zweitgrößter Arbeitgeber waren die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleister mit insgesamt 105.900 Beschäftigten. Davon gehörten 33.000 Personen dem größten Teilbereich der „Architektur- und Ingenieurbüros; technische, physikalische und chemische Untersuchung“ an; die zweitgrößte Gruppe stellten mit 29.900 Beschäftigten die Rechts- und Steuerberater sowie Wirtschaftsprüfer. Auf Platz drei der unternehmensnahen Dienstleister folgte der Abschnitt „Verkehr und Lagerei“ mit 104.900 tätigen Personen. Auf den größten Teilbereich Landverkehr entfielen rund 42.700 Beschäftigte.  

Die mit Abstand höchste Umsatzproduktivität, also den Umsatz je Beschäftigten, wies im Jahr 2018 der Dienstleistungsbereich „Grundstücks- und Wohnungswesen“ auf (193.000 Euro je tätige Person). Der Bereich „Information und Kommunikation“, der einen Umsatz von 156.400 Euro pro tätiger Person erzielte, nahm Platz zwei ein. Aufgrund der hohen Personalintensität verzeichneten die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleister mit 53.700 erwirtschafteten Euro pro Beschäftigten die geringste Umsatzproduktivität.“