Integration in Ausbildung - Chancengarantie für junge Flüchtlinge in Rheinland-Pfalz

Eine Beschleunigung des Integrationsprozesses gelingt vor allem, wenn die Verfahren für den Zugang junger Flüchtlinge in eine Ausbildung strukturiert, koordiniert und standardisiert werden.

Die Landesregierung hat unter der Federführung des Wirtschaftsministeriums gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern, den Handwerkskammern und der Bundesagentur für Arbeit (BA)/Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland den Prozess der Integration von jungen Flüchtlingen in Ausbildung strukturiert und die spezifischen Projektvorhaben sowie Förderinstrumente aufeinander abgestimmt und beschrieben.

Die transparente Prozessbeschreibung soll Richtschnur sein und Handlungsorientierung geben. Mit der "Chancengarantie" greift sie die Bereitschaft der rheinland-pfälzischen Wirtschaft auf, jungen Flüchtlingen Praktikums-, Einstiegsqualifizierungs- und Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen. Ebenso unterstützt die Prozessbeschreibung die tägliche Arbeit der Kommunen und der haupt- und ehrenamtlichen Helfer vor Ort.

Nähere Informationen zur Prozessbeschreibung finden Sie hier:

Nähere Informationen zur Beschulung und Sprachförderung von neu zugewanderten Jugendlichen in den berufsbildenden Schulen können Sie der Handreichung „Neu zugewanderte Jugendliche in der berufsbildenden Schule“ des Bildungsministeriums entnehmen. Die Handreichung wurde von einer Arbeitsgruppe aus Lehrkräften, Bildungsministerium, ADD und Pädagogischem Landesinstitut erarbeitet.

Zielgruppen des Integrationsprozesses

1. Die Gruppe der neu zugewanderten, schulpflichtigen 16-18-jährigen Flüchtlinge. Sie durchläuft in der Regel das Berufsvorbereitungsjahr mit 15-20 Wochenstunden Deutsch-Intensivkurs, Regelunterricht und fachpraktischem Unterricht an den berufsbildenden Schulen. Das Ziel ist die Berufsreife.

2. Die Gruppe der 18-35-jährigen anerkannten Flüchtlinge, die SGB-II-Leistungen beziehen und für eine erfolgreiche Vermittlung in eine Ausbildung die Berufsreife benötigen, soll über sprach- und berufsvorbereitende Maßnahmen der Arbeitsagentur sowie Sprachkursen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) für den Ausbildungs- und den Arbeitsmarkt fit gemacht werden.

3. Die Gruppe der neu zugewanderten 18-35-jährigen Asylbewerber, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten, soll über die beiden Projekte der Landesregierung und der BA/Regionaldirektion "Kompetenzen erfassen, Chancen ergreifen" und "Beschäftigungspilot" erfasst und durch Übermittlung der Daten über die Schul- und Berufsabschlüsse an die Arbeitsagentur in den Vermittlungsprozess integriert werden. Mit der Unterstützung von Unternehmen und Arbeitsagentur können sie durch Berufsorientierungspraktika und Einstiegsqualifizierung auf eine berufliche Ausbildung vorbereitet werden. Hierbei leisten die Kammern Unterstützung.

Wissenschaftliche Studie: Duales System für Flüchtlinge

Duales System für Flüchtlinge: Chancen und Hemmnisse bei der Integration in ein Ausbildungsverhältnis. Eine empirische Studie.

Jungen Flüchtlingen ist das deutsche System der dualen Ausbildung in der Regel nicht bekannt. Die Aufnahme einer Arbeit als Hilfskraft, die zwar eine schlechtere berufliche Perspektive bietet, aber zunächst einen höheren Lohn erwarten lässt, wird vermutlich einer beruflichen Ausbildung in vielen Fällen vorgezogen. Auch das Verhältnis zwischen akademischer und dualer Ausbildung – in einigen Ländern werden hiesige Ausbildungsberufe in einer Hochschule erlernt – sowie die Durchlässigkeit innerhalb des Bildungs-systems ist den meisten Flüchtlingen unbekannt.

Hierzu wurde im Wirtschaftsministerium am 29. Februar 2016 ein „Fachgespräch“ mit VertreterInnen aus Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft und Praxis durchgeführt. Gleichzeitig wurde an diesem Tag die wissenschaftliche Untersuchung „Duales System für Flüchtlinge – Hemmnisse und Chancen bei der Integration in ein Ausbildungsverhältnis“ initiiert, die unter externer wissenschaftlicher Begleitung durchgeführt und im Dezember 2016 veröffentlicht wurde.

Im Rahmen der Untersuchung wurden 26 Interviews mit Unternehmen, Behörden, Flüchtlingen, Kammervertretern und weiteren ExpertInnen durchgeführt.

„Das Wichtigste in Kürze“