Die Bedeutung der Chancengleichheit in der Praxis:

Die Bedeutung der Chancengleichheit in der Praxis:

In den Unternehmen steigt der Bedarf an qualifizierten Fach- und Führungskräften. Das Ziel der Chancengleichheit ist deshalb nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit gegenüber Frauen, sondern es wird in Zukunft auch eine entscheidende Frage des Unternehmenserfolges im Wettbewerb sein. Es gilt deshalb grundsätzlich, die bereits bestehenden Möglichkeiten stetig und konsequent weiter zu entwickeln, um in den Unternehmen eine beschleunigte faktische Chancengleichheit von Frauen und Männern zu erreichen und damit den grundgesetzlichen Auftrag zu erfüllen.

Politikansätze:

Politikansätze:

Um dieses Ziel zu erreichen, haben sich zwei wesentliche Politikansätze herausgebildet: Die Unterstützung von Frauen in der Wirtschaft und eine an den Bedürfnissen aller Beschäftigten, sowohl Frauen als auch Männer, ausgerichtete Lebensphasenorientierte Personal- und Unternehmenspolitik, die auch die Interessen der Wirtschaft im Blick hat.

Letztlich wird auch der Wettbewerb zu mehr Familienorientierung in der Wirtschaft führen, da immer mehr Unternehmen sich gerade auch in Zeiten des steigenden Fachkräftebedarfs als attraktive Arbeitgeber positionieren wollen. Der Vereinbarkeit von Beruf und Familie kommt auch gesellschaftspolitisch eine besondere Bedeutung bei der Herstellung von Chancengleichheit zu.

Die Zielgruppen:

Die Zielgruppen:

Neben der grundsätzlich gleichberechtigten Berücksichtigung der Bedürfnisse von Frauen und Männern bei der Ausgestaltung politischer Maßnahmen im Sinne des "Gender Mainstreaming" bieten wir spezifische Unterstützung für Frauen in der Wirtschaft an. Unsere Aktivitäten beziehen sich dabei schwerpunktmäßig auf die Themenfelder Frauen in Führungspositionen sowie Existenzgründerinnen, Unternehmensnachfolgerinnen und Unternehmerinnen. Weitere Zielgruppen sind beispielsweise Frauen im ländlichen Raum, die unser Haus durch eine Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft der Landfrauenverbände Rheinland-Pfalz und dem Familie & Beruf e. V. Altenkirchen besonders unterstützt.

Sensibilisierung von Frauen/ Unterstützung von Frauen:

Sensibilisierung von Frauen/ Unterstützung von Frauen:

Da nur circa dreißig Prozent der Selbstständigen Frauen sind, liegt ein Schwerpunkt der Arbeit in der Sensibilisierung von Frauen für die Selbstständigkeit sowie ihrer entsprechenden Beratung und Qualifizierung. Dies erfolgt u.a. in Form von Informationsveranstaltungen und Messen, der Unterstützung von Qualifizierungsmaßnahmen, Beratungs-, Coaching- und Begleitprogrammen. Ziel ist es, Gründungen von Frauen zu unterstützen und sie dabei dauerhaft zu stärken.

Instrumente zur Förderung von Frauen:

Instrumente zur Förderung von Frauen:

Ein weiteres nachhaltiges Instrument zur Unterstützung der Selbstständigkeit von Frauen ist der beim Wirtschaftsministerium seit 2007 eingerichtete Landesarbeitskreis zur Förderung von Gründerinnen und Unternehmerinnen in Rheinland-Pfalz (LAK). Hier arbeiten unterschiedliche Institutionen aus dem Gründungsumfeld zusammen, um ein gründerinnenfreundliches Klima in Rheinland-Pfalz zu schaffen und das unternehmerische Potenzial der Frauen in Rheinland-Pfalz zu fördern.

Zur Förderung von Frauen in der Wirtschaft gehört auch die beim Wirtschaftsministerium angesiedelte rheinland-pfälzische Regionalvertretung der bundesweiten gründerinnenagentur (bga), die das einzige deutschlandweite Kompetenz- und Servicezentrum zur unternehmerischen Selbstständigkeit und Unternehmensnachfolge von Frauen ist.

Das Lebensphasenmodell:

Das Lebensphasenmodell:

Anstelle einer über das gesamte Berufsleben gleichermaßen ausgerichteten Personalpolitik zeichnet sich das Lebensphasenmodell durch individuelle, flexible Lösungen und pragmatische Handlungsansätze aus. Alle Lebens- und Berufsphasen - vom Berufseinstieg bis zur Rente - mit ihren verschiedenartigen Bedürfnissen werden in Planungen und Entscheidungen mit einbezogen. Damit ist wesentliches Kennzeichen der Lebensphasenorientierung, dass sie betriebliche Ziele mit den Bedürfnissen der Beschäftigten verbindet und der Ressource Personal ganzheitlich und während der gesamten Betriebszugehörigkeit Beachtung schenkt. Ein Merkmal des Lebensphasenmodells ist auch: Sie nimmt keine geschlechtsspezifischen Unterschiede bei Männern und Frauen im Hinblick auf deren gemeinsame Verantwortung für Partnerschaft und Familie vor. Ein Ansatz, der ein starkes Aufstiegshemmnis aufgreift und Männern wie Frauen durch eine individuelle Personalarbeit hilft, ihre Entwicklungschancen wahrzunehmen und sich aus überkommenen Klischees und Rollenmustern zu lösen.

Unterstützung der Unternehmen:

Unterstützung der Unternehmen: Ziel des Projektes ist es, die rheinland-pfälzischen Unternehmen für das Thema der Arbeitgeberattraktivität und Fachkräftesicherung zu sensibilisieren und sie in ihren Aktivitäten zu unterstützen. In diesem Rahmen wurden und werden Best-Practice Beispiele als "Attraktiver Arbeitgeber Rheinland-Pfalz" in 2014 und 2015 ausgezeichnet und es finden regelmäßig so genannte Bündnistreffen in allen rheinland-pfälzischen Regionen statt, um den Austausch und die Vernetzung unter den Unternehmen und mit den regionalen Akteuren zu befördern. Zusätzlich werden die Projektaktivitäten durch die Website www.lebensphasenorientierte-personalpolitik.de und einen Leitfaden nebst anwenderfreundlicher Toolbox für Unternehmen mit Praxistipps auf dem Weg hin zu einer Lebensphasenorientierten Personal- und Unternehmenspolitik unterstützt und befördert. Kürzlich eingeführt wurde die LOPMAP - Die Landkarte zur Fachkräftesicherung Rheinland-Pfalz. Sie zeigt auf, an welchem Ort welche regionalen Akteure in Rheinland-Pfalz zum Thema Fachkräftesicherung aktiv sind und bietet dem Adressatenkreis "Unternehmen" nun erstmals eine kartierte Übersicht all dieser Aktivitäten in Rheinland-Pfalz.