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Kreditfinanzierung

Nach der Innenfinanzierung sind und bleiben die Hausbanken der wichtigste Ansprechpartner des Mittelstands bei externen Finanzierungsfragen. Entgegen der Befürchtungen in früheren Jahren kann das Vorliegen einer Kreditklemme nicht festgestellt werden und die Finanzierungsmöglichkeiten für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können insgesamt erfreulicherweise als gut beurteilt werden. Gleichwohl ist wahrzunehmen, dass der Zugang zu Krediten für kleinere Unternehmen und Existenzgründer, junge Unternehmen sowie für einzelne Branchen schwieriger ist, als für andere. Mit der Investitions- und Strukturbank Rheinlandpfalz GmbH (ISB) als Landesförderinstitut unterstützen wir unsere KMU bei der Finanzierung ihrer Vorhaben. Neben Zuschussprogrammen bietet die ISB verschiedene Darlehensprogramme an, die bei einer Kreditfinanzierung über die Hausbank beantragt werden können.

Zusätzlich zur Unterstützung über die ISB haben wir als Land ein großes Interesse daran, unsere KMU zum Thema Finanzierung zu informieren und zu beraten. Im Bereich Kreditfinanzierung handelt es sich hierbei vor allem um die Themen Bankgespräch und Rating. Den meisten KMU ist noch immer nicht bekannt, welche Kriterien im Rahmen des Ratings ausschlaggebend für eine Kreditbewilligung sind. Dabei spielt das Rating die entscheidende Rolle bei einer Darlehensvergabe. Zusätzlich ist das Bankgespräch mit ausschlaggebend für die Kreditentscheidung. Viele KMU sind hierfür aber oft unzureichend vorbereitet.

Bankgespräch

Eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Banken ist für jedes Unternehmen essentiell. Denn nur die wenigsten Unternehmen kommen ohne Fremdkapital aus und dieses stellen hauptsächlich Banken bereit. Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Bank ist die gute Vorbereitung des Bankgesprächs.

Unabhängig vom Gesprächsthema gehört die aktuelle Finanzsituation des eigenen Unternehmens als Basiswissen zu jedem Bankgespräch. Zu den Unterlagen, die Banken regelmäßig anfragen, gehören der letzte Jahresabschluss, monatliche betriebswirtschaftliche Auswertungen, die Planungsrechnungen und Eigenauskünfte über die Vermögenslage der Firmeninhaber. Ein Bankgespräch ist eine gute Gelegenheit, die geschäftliche Situation mit Ausblick auf die Zukunft übersichtlich und überzeugend darzustellen. Aber auch weiche Faktoren sollten in das Bankgespräch einfließen: Marktposition, Managementqualitäten und Nachfolgeregelungen. Bei Finanzierungsvorhaben sollte außerdem auch das Thema Fördergelder angesprochen werden. Viele Förderprogramme lassen sich nur über die Hausbank verwirklichen.

Weitere Informationen zur richtigen Vorbereitung des Bankengesprächs finden Sie zum Beispiel auf dem Gründungsportal des BMWi.

Rating

Wie bei einem Unternehmen auch, leiten sich die Angebotspreise einer Bank von den ihr entstehenden Kosten ab. Banken berücksichtigen bei der Kalkulation ihrer Angebote die individuelle Situation des Kreditnehmers. Neben der Bonität und Sicherheitensituation des Kreditnehmers zählt hierzu beispielsweise auch die gewünschte Kredithöhe. Dadurch können die Kreditkonditionen variieren. Je besser also die Bonität eines Kunden ist und je mehr Sicherheiten vorhanden sind, desto geringer sind die Risikokosten für die Bank und ist damit in der Regel auch der Kreditzins. Unternehmen sollten sich daher darüber informieren, wie das Rating-Ergebnis zustande kommt. Dies kann darüber hinaus als Basis für eine Stärken-Schwächen-Analyse dienen und Hinweise geben, wie die Situation des Unternehmens und damit auch das Rating-Ergebnis verbessert werden kann. Unternehmer haben eine ganze Reihe von Möglichkeiten, die Rating-Note positiv zu beeinflussen.

Mit dem Rating wird die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens eingeschätzt. Ziel ist es dabei, möglichst genau die Ausfallwahrscheinlichkeit des Kreditnehmers innerhalb eines Jahres zu bestimmen. Das Rating hat unmittelbare Auswirkung auf die Kreditentscheidung der Bank und die Kreditkonditionen.

Ein idealtypisches Rating-System setzt sich dabei aus einen Hardfact- und einem Softfact-Rating zusammen. Um die Zukunft eines Unternehmens zu beurteilen, zieht die Bank Hardfacts heran, die sich insbesondere aus der Bilanz und der Gewinn-und-Verlust-Rechnung ermitteln lassen. Darüber hinaus kann die Qualität der eingesetzten Rating-Verfahren durch die Einbeziehung von Softfacts teilweise erheblich verbessert werden. Im Unterschied zu den Hardfacts sind Softfacts nicht unmittelbar messbar. Häufig handelt es sich hierbei um qualitative Faktoren wie zum Beispiel Management, Mitarbeiter bzw. Markt- und Wettbewerbssituation des Unternehmens. Um zusätzlich branchenspezifische Risikofaktoren zu berücksichtigen, enthalten viele bankinterne Rating-Systeme eine allgemeine Beurteilung der jeweiligen Branchensituation.

Weitere Informationen zum Thema Rating finden Sie zum Beispiel auf der Homepage des DIHK.

Ansprechpartner

Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau
Sabine Wendel
Stiftsstraße 9
55116 Mainz
Telefon: 06131-16 5657 
sabine.wendel(at)mwvlw.rlp.de