(Alternative) Finanzierungsmöglichkeiten

Neben einer regulären Unternehmensfinanzierung durch Bankkredite, Zuschüsse und Fördermaßnahmen existieren eine Reihe von alternativen Finanzierungswegen, die für Gründer/Innen, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) interessant sein können.

Alternative Finanzierungsmöglichkeiten spielen für einen Großteil der Unternehmen eine immer noch sehr untergeordnete Rolle, da oft nur ein sehr begrenztes Wissen vorhanden ist. Das führt dazu, dass viele Unternehmen die Risiken deutlich stärker gewichten als die Chancen. Ziel der rheinland-pfälzischen Mittelstandspolitik ist es daher, KMU in geeigneter Form über die unterschiedlichen Möglichkeiten sowie die Chancen und Risiken von alternativen Finanzierungsformen zu informieren und die vorhandene Hemmschwelle abzubauen.

Aktuelle Gesetzvorhaben und die Umsetzung von EU-Richtlinien haben das Ziel, die Rahmenbedingungen des Finanzstandortes Deutschland entsprechend anzupassen und für die dargestellten Finanzierungswege einen gesetzlichen Rahmen zu schaffen. Damit wird das Angebot geregelt und es gelten einheitliche und verbindliche Standards, die auch den Verbraucher- und Investorenschutz berücksichtigen.

Die Finanzierungsinstrumente wie Wagniskapital, Factoring und Leasing, sowie die Finanzierung durch die Crowd sind hier beispielhaft aufgeführt und verweisen auf weitere Informationen und Ansprechpartner/Innen in Rheinland-Pfalz. 

Ihre Ansprechpartnerin im Wirtschaftsministerium: Marie Weydmann-Kühn, Referat 8405, Tel. 06131- 16 -5286, per E-Mail

Factoring

Als Factoring wird ein Finanzierungsinstrument bezeichnet, bei dem ein Unternehmen seine Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen an ein Factoring-Institut abtritt (vgl. §§ 398 und 433 BGB).

Das Factoring-Unternehmen übernimmt dafür die Finanzierung der Forderung, das Ausfallrisiko und die Bonitätsprüfung der Kunden. Die Übertragung offener Rechnungen erfolgt gegen sofortige Bezahlung des vertraglich geregelten Kaufpreises durch den Factor. Factoring kann ein Baustein in der Unternehmensfinanzierung sein, um zusätzlichen Liquiditätsbedarf im Unternehmen zu decken.

Leasing

Als Leasing wird eine Finanzierungsmethode bezeichnet, bei der ein Leasingobjekt von einem Leasinggeber finanziert und gegen Entgelt durch ein zeitlich begrenztes Nutzungsrecht an einen Leasingnehmer übergeben wird.
Leasing bietet sich immer dann an, wenn die im Unternehmen vorhandenen, frei verfügbaren Mittel ausgeschöpft oder die Zuführung von Eigenkapital oder Fremdkapital nicht möglich oder erwünscht ist.

Im Hinblick auf die Vertragsgestaltung haben sich weitläufig die beiden Formen "Operate Leasing" und "Finanzierungsleasing" ergeben. Das "Operate Leasing" ist im Gegensatz zum "Finanzierungsleasing" vor allem durch seine kurze Nutzungsüberlassung gekennzeichnet. Als weiteres Verfahren ist noch das "sale-and-lease-back" zu erwähnen. Hierbei verkauft der Leasingnehmer zumeist ein langlebiges Wirtschaftsgut (z. B. Fahrzeuge, Verwaltungsgebäude) an eine Leasinggesellschaft, um dieses wieder zurück zu leasen.

Wandeldarlehen

Ein Wandeldarlehen ist ein Darlehen mit einem verzinsten Darlehensbetrag, welches jedoch mit der Option verbunden ist, die Darlehensschuld später in eine Unternehmensbeteiligung umzuwandeln. Viele junge Unternehmen greifen auf diese Finanzierungsform zurück, um eine Überbrückung von Liquiditätsengpässen oder eine Anschubfinanzierung in der Seed-Phase zu gewährleisten. Ein Wandeldarlehen dient der eigenkapitalnahen Finanzierung.

Investoren, meist Business Angels oder Venture Capital-Fonds, agieren in diesem Fall als potentielle Kredit- oder Wagniskapitalgeber, weshalb es sich hier um eine "mezzanine" Finanzierungsform handelt.