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Alternative Finanzierungsformen

Neben einer regulären Unternehmensfinanzierung durch Bankkredite, Zuschüsse und Fördermaßnahmen existieren eine Reihe von alternativen Finanzierungsinstrumenten, die für Gründer/Innen, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) interessant sein können.

Alternative Finanzierungsformen (u.a. Wagniskapital, Factoring und Leasing, Crowdfinanzierung) spielen für einen Großteil der Unternehmen eine immer noch sehr untergeordnete Rolle, da oft nur ein sehr begrenztes Wissen vorhanden ist. Das führt dazu, dass viele Unternehmen die Risiken deutlich stärker gewichten als die Chancen. Ziel der rheinland-pfälzischen Mittelstandspolitik ist es daher, KMU in geeigneter Form über die unterschiedlichen Möglichkeiten sowie die Chancen und Risiken von alternativen Finanzierungsformen zu informieren und die vorhandene Hemmschwelle abzubauen.

Gerade der deutsche Venture-Capital-Markt ist im Vergleich zum angelsächsischen Bereich noch ausbaufähig. Eine Stärkung und Verbreiterung der Beteiligungsfinanzierung ist daher notwendig. Die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz stellt mit verschiedenen Tochtergesellschaften bereits seit über 20 Jahren Venture Capital für KMU zur Verfügung. Außerdem besteht eine enge Partnerschaft mit dem Verein Business Angels Rheinland-Pfalz e.V.

 

Finanzierung

Wandeldarlehen

Ein Wandeldarlehen ist ein Darlehen mit einem verzinsten Darlehensbetrag, welches jedoch mit der Option verbunden ist, die Darlehensschuld später in eine Unternehmensbeteiligung umzuwandeln. Viele junge Unternehmen greifen auf diese Finanzierungsform zurück, um eine Überbrückung von Liquiditätsengpässen oder eine Anschubfinanzierung in der Seed-Phase zu gewährleisten. Ein Wandeldarlehen dient der eigenkapitalnahen Finanzierung.

Investoren, meist Business Angels oder Venture Capital-Fonds, agieren in diesem Fall als potentielle Kredit- oder Wagniskapitalgeber, weshalb es sich hier um eine "mezzanine" Finanzierungsform handelt.

Finanzierung

Factoring

Als Factoring wird ein Finanzierungsinstrument bezeichnet, bei dem ein Unternehmen seine Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen an ein Factoring-Institut abtritt (vgl. §§ 398 und 433 BGB).

Das Factoring-Unternehmen übernimmt dafür die Finanzierung der Forderung, das Ausfallrisiko und die Bonitätsprüfung der Kunden. Die Übertragung offener Rechnungen erfolgt gegen sofortige Bezahlung des vertraglich geregelten Kaufpreises durch den Factor. Factoring kann ein Baustein in der Unternehmensfinanzierung sein, um zusätzlichen Liquiditätsbedarf im Unternehmen zu decken.

Finanzierung

Leasing

Als Leasing wird eine Finanzierungsmethode bezeichnet, bei der ein Leasingobjekt von einem Leasinggeber finanziert und gegen Entgelt durch ein zeitlich begrenztes Nutzungsrecht an einen Leasingnehmer übergeben wird.
Leasing bietet sich immer dann an, wenn die im Unternehmen vorhandenen, frei verfügbaren Mittel ausgeschöpft oder die Zuführung von Eigenkapital oder Fremdkapital nicht möglich oder erwünscht ist.

Im Hinblick auf die Vertragsgestaltung haben sich weitläufig die beiden Formen "Operate Leasing" und "Finanzierungsleasing" ergeben. Das "Operate Leasing" ist im Gegensatz zum "Finanzierungsleasing" vor allem durch seine kurze Nutzungsüberlassung gekennzeichnet. Als weiteres Verfahren ist noch das "sale-and-lease-back" zu erwähnen. Hierbei verkauft der Leasingnehmer zumeist ein langlebiges Wirtschaftsgut (z. B. Fahrzeuge, Verwaltungsgebäude) an eine Leasinggesellschaft, um dieses wieder zurück zu leasen.