Wissing und rheinland-pfälzisches Handwerk werben in Brüssel für Duale Ausbildung

Gemeinsam mit den rheinland-pfälzischen Handwerkskammern hat Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing heute in Brüssel zu einer international besuchten Fachkonferenz und Diskussion zu den Themen Duale Ausbildung, Fachkräftesicherung und Digitalisierung eingeladen. Das Wirtschaftsministerium und die Handwerkskammern aus Rheinland-Pfalz richteten die hochrangig besetzte Konferenz in Brüssel in enger Kooperation mit der Europäischen Kommission aus.

„Die duale Ausbildung bietet langfristig Chancen für Beschäftigung, ist von zentraler Bedeutung für die Fachkräftesicherung und stellt eine exzellente Basis zur Fort- und Weiterbildung der Fachkräfte dar, gerade auch im Handwerk. Daher ist die Duale Berufsausbildung ein nachhaltiges und besonders wertvolles Instrument zur Beschäftigung von jungen Menschen. Sie gilt als Pfeiler für den wirtschaftsstarken Mittelstand und ist ein bedeutendes Instrument zur Verhinderung von Jugendarbeitslosigkeit, nicht nur in Rheinland-Pfalz und in Deutschland, sondern perspektivisch sogar in der ganzen EU“, erklärte Minister Dr. Wissing zur Eröffnung der Auftaktveranstaltung, an der hochrangige Vertreter von Kommission und EU-Parlament sowie als Impulsredner der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung, Prof. Dr. Friedrich H. Esser, teilnahmen. Minister Wissing begrüßte, dass die EU-Kommission die Berufsausbildung stärker in der EU voranbringen und dabei auch Digitalisierungsprojekte unterstützen möchte.

Das Thema Handwerk 4.0 wurde auf der Konferenz umfassend diskutiert und aktuelle Initiativen des Landes und Vorhaben der EU-Kommission erörtert. „Die Digitalisierung bietet große Chancen für das regionale Handwerk. Wir flechten schon heute verschiedenste Facetten der Digitalisierung in die duale Ausbildung mit ein. Dies bringt einen großen Mehrwert, um unsere Auszubildenden und damit die künftigen Fachkräfte in den Betrieben auf die Zukunft vorzubereiten. Die Berufsbildungszentren in Rheinland-Pfalz leisten hier eine wichtige Arbeit“, erklärten Ralf Hellrich, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der rheinland-pfälzischen Handwerkskammern, und Kurt Krautscheid, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft, mit Blick auf innovative Anwendungen wie etwa 3D-Simulationen im Holzhandwerk, 3D-Druck im Metallhandwerk oder Roboter-Technik in High-Tech-Werkstätten.

„Die Betonung digitaler Elemente in der Dualen Ausbildung verdeutlicht zugleich die Attraktivität der Handwerksberufe für Jugendliche in Zeiten des Fachkräftemangels“, so Minister Wissing. „Das Handwerk steht für Innovation, Modernität, digitale Inhalte in der Ausbildung und nicht zuletzt für eine hohe Qualifikation der Fachkräfte. Genau hier setzt auch unser gemeinsames Projekt mit den Handwerkskammern „Handwerk attraktiv Rheinland-Pfalz“ an, mit dem wir Betrieben dabei helfen möchten, als attraktive Arbeitgeber in Erscheinung zu treten, um ihren Fachkräftebedarf zu sichern“. Zwei solch erfolgreiche Betriebe veranschaulichten dies auf der Konferenz: die rheinland-pfälzischen Handwerker Georg Ludwig Kamb (KAMB Elektrotechnik) und Julia Kasper (holzgespür & Tischlerei Kasper) stellten den Konferenzteilnehmern die chancenreichen Anwendungsmöglichkeiten im Handwerk 4.0 vor und zeigten die Modernität und Attraktivität des Handwerks mit seinen digitalen Komponenten auf.

Wissing ging in seinem Beitrag auch auf den wichtigen Aspekt der Nachwuchsgewinnung im Handwerk ein und hob den Fachkräftemangel in bestimmten Berufen hervor. „Daher ist es besonders wichtig, die Verknüpfung zwischen der Dualen Ausbildung und der Meisterpflicht zu erkennen. Die Duale Ausbildung und der Meisterbrief gehen Hand in Hand, nicht zuletzt mit Blick auf die Sicherung der hohen Standards im Handwerk. Gerade in den Branchen mit Meisterpflicht wird in Deutschland besonders stark ausgebildet“, so Dr. Wissing.

Der Minister appellierte an die Vertreter der EU-Kommission, dass die anstehende Evaluierung der Berufszugangsregeln nicht darauf hinauslaufen dürfe, dass durch die EU-Institutionen unüberlegt Regelabbau im Handwerk eingefordert werde. Berücksichtigt werden müssten die volkswirtschaftlich wichtigen Aspekte der Qualitätssicherung bei den Dienstleistungen, die Nachwuchsrekrutierung sowie Ausbildungserfordernisse und -standards.

Mit der Veranstaltung wirkt das Wirtschaftsministerium gemeinsam mit dem regionalen Handwerk prominent an der „Europäischen Woche der Berufsbildung“ mit, die vom 5. bis 9. Dezember 2016 stattfindet und in diesem Jahr erstmals von der Europäischen Kommission ausgerufen wurde. In diesem Rahmen verdeutlichen Ministerien, Unternehmen und Bildungseinrichtungen in ganz Europa die Chancen der Berufsbildung und der dualen Ausbildung.

Mehr Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter:
https://mwvlw.rlp.de/de/service/veranstaltungen/

Fotos zum Termin finden Sie hier.

Susanne Keeding
Pressesprecherin
Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau
Tel. 06131/16-2550