Wissing: Neue Chancen für wirtschaftliche Entwicklung in Kommunen

Neues Leben für alte Flächen: Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing hat den sechs Sieger-Kommunen des Wettbewerbs „Potenziale heben“ Förderbescheide für die Weiterentwicklung von innerstädtischen Brachflächen übergeben. Ausgezeichnet wurden beispielgebende Konzepte für die Nachnutzung von Problemflächen – damit neue Arbeitsplätze entstehen können.

„Unternehmen suchen händeringend Gewerbeflächen – Kommunen suchen nach Lösungen für die Reaktivierung ungenutzter Areale. Wir unterstützen die Kommunen dabei, alten Flächen neues Leben einzuhauchen. Die Sieger-Kommunen des Wettbewerbs ‚Potenziale heben‘ haben durch ihre Konzepte für Brachflächen überzeugt – gleichzeitig möchten wir Entwickler und Investoren auf das ungenutzte Standortpotenzial hinweisen“, sagte Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing bei der Auszeichnung der sechs siegreichen Kommunen im Wettbewerb „Potenziale heben“ des Wirtschaftsministeriums. Die Auszeichnung wurde im Rahmen des Jahrestreffens der rheinland-pfälzischen Wirtschaftsförderer vergeben, das in diesem Jahr unter dem Schwerpunkt Flächenmanagement stand.

Die sechs Kommunen werden nun mit Landesgeld bei den ersten Schritten für eine Reaktivierung der Brachflächen unterstützt. Insgesamt stehen eine Million Euro zur Verfügung. Hemmnisse für eine Nachnutzung von Brachflächen können in Planungsschwierigkeiten, Altlasten oder etwa den Eigentumsverhältnissen liegen. Neben der direkten finanziellen Unterstützung können die Kommunen ihre Flächen auch über den Landesauftritt auf der Immobilienmesse ExpoReal vermarkten. Mit dem Wettbewerb sollen sinnvolle Nachnutzungsprojekte mit Hilfe der Instrumentarien des Marktes angestoßen werden.

„Wir freuen uns, die Wirtschaftsförderer aus Rheinland-Pfalz in unserem Haus begrüßen zu dürfen“, sagte Ulrich Dexheimer, Sprecher des Vorstandes der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB). Die Förderbank richtete das jährlich stattfindende Treffen aus. „Wir pflegen einen engen Austausch mit den Wirtschaftsförderern vor Ort, die die ansässigen Unternehmen intensiv über Fördermöglichkeiten beraten“, so Dexheimer weiter.

Die 6 Gewinner des Wettbewerbs „Potenziale heben“ im Einzelnen:

Verbandsgemeinde Wittlich-Land mit den OG Binsfeld, Hasborn, Laufeld Wiederbelebung von Gewerbebrachen
Es handelt sich um bereits ausgewiesene Gewerbeflächen in den Ortsgemeinden Binsfeld, Hasborn und Laufeld im Umfang von etwa 12 Hektar. Schwierigkeiten bestehen teilweise aufgrund der Lage im Gemeindegebiet und der Größe der Flächen, um geeignete Unternehmensansiedlungen zeitnah zu erreichen. Die Ortsgemeinden wollen Abwanderungstendenzen in die Großstädte und Metropolregionen begegnen und mittelständische Unternehmen im ländlichen Raum binden. Im Wege der Investitionsmaßnahmen kleinerer und mittlerer Firmen sollen die dezentrale Wirtschaftsstruktur erhalten und zukunftsfähige Arbeitsplätze gesichert und neue geschaffen werden. Vor dem Hintergrund wünschen sich die drei Ortsgemeinden Unterstützung bei der Grundstücksvermarktung und der Öffentlichkeitsarbeit.

Stadt Ramstein-Miesenbach
Wiederbelebung Munitionsdepot Ramstein

Gegenstand des Projektvorschlages ist das ehemalige Munitionsdepot Ramstein-Miesenbach. Das brachliegende Gelände von 9,3 Hektar bietet sich aufgrund der Lage in unmittelbarer Nachbarschaft zum Industriezentrum Westrich und der hervorragenden Anbindung an die A 62 als Erweiterungsfläche an. Die Konversion konnte bisher aufgrund technischer Hemmnisse und Finanzierungsunsicherheiten im Hinblick auf die Altlastenbeseitigung nicht angegangen werden. Die Stadt strebt zunächst eine Machbarkeits- und Vermarktungsstudie einschließlich der notwendigen Planungen und Gutachten an. Im Rahmen der Förderung durch das Wirtschaftsministerium erhofft sie sich, die Brachflächen weitgehend und zeitnah für die gewerbliche Entwicklung nutzbar zu machen.

Stadt Kirn
Wiederbelebung des „Sägewerksgeländes Kuntz“

Im Westen der Stadt befindet sich ein 8,2 Hektar großes Gelände, das zuletzt bis 2014 für die Produktion von Naturholzplatten genutzt wurde. Das Areal wird aktuell für Produktions- und Gewerbezwecke nicht mehr genutzt. Der gut angebundene Standort eignet sich für Industrie, Handwerk, Handel und Dienstleistung. Es ist davon auszugehen, dass sich bei entsprechender Vermarktung strukturell neue Arbeitsplätze im dreistelligen Bereich generieren lassen. Die nächsten Schritte sind deshalb ein Sondierungsgutachten Altlasten und eine Machbarkeitsstudie zur Erschließung. Kirn sieht eine große Chance, das Projekt im Rahmen des Wettbewerbs für Investoren interessant zu machen.

Stadt Kaiserslautern
Wiederbelebung Eisenbahnausbesserungswerk West

Gegenwärtig sind auf dem etwa 17,5 Hektar großen Areal rund 200 Personen im Eisenbahnausbesserungswerk tätig; in früheren Jahren umfasste die Belegschaft ein Vielfaches. Das Gelände und einige Bauten sind daher überwiegend extensiv genutzt und bieten hinsichtlich ihrer Nutzung grundsätzlich das Potential, die Arbeitsplatzdichte und die Wertschöpfung im Areal zu steigern. Die Lage der Fläche im Stadtgebiet und die hohe Erschließungsgunst lassen ein Nutzungsprofil für Zwischen- und endgültige Nutzungen in der Bandbreite von Handwerk, Gewerbe, Industrie, Kreativwirtschaft, Forschung und Dienstleistungen zu. Es ist ein schrittweises Vorgehen im Zusammenwirken mit dem Hauptmieter notwendig. Die Landesförderung soll dazu genutzt werden, einen städtebaulichen Rahmen- und Masterplan inkl. der Akteursbeteiligung durchzuführen.

Stadt Koblenz
Wiederbelebung Gelände „ehemalige Hundeschule“

Der Standort Koblenz zeichnet sich durch eine große Nachfrage nach Gewerbe- und Industrieflächen aus. Der circa 20 Hektar große Standort „ehemalige Hundeschule“ ist von der infrastrukturellen Lage ideal und könnte einen wesentlichen Anteil der Bedarfsflächen in der Zukunft abdecken. Schwierigkeiten bestehen in den festgestellten Altlasten, hohen Sanierungskosten, dem überkommenen Gebäudebestand, Interessenkonflikten und der Erschließung. Mit der Landesförderung soll zunächst ein Machbarkeits- und Erschließungsplan einschließlich des Immissionsschutzes erstellt werden.

Stadt Trier
Entwicklung der „General von Seidel Kaserne“

Um dem akuten Flächenbedarf im Rahmen der Unternehmensakquise und der Umsiedlung bzw. Vergrößerung der ansässigen Betriebe gerecht zu werden, will die Stadt die über 10 Hektar große „General von Seidel Kaserne“ erwerben und als Gewerbegebiet entwickeln lassen. Hemmnisse sind bislang die Unkenntnis über Typ und Grad der Altlasten, der überkommene Gebäudebestand und Finanzierungsunsicherheiten. Trier will die Fördermittel des Landes für eine Masterstudie, notwendige Untersuchungs- und Planungsleistungen sowie ggf. im Rahmen der Vermarktung einsetzen. Das Projekt eröffnet die Chance für eine nachhaltige und zukunftsfähige Weiterentwicklung des Wirtschaftsraums Trier.

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Susanne Keeding
Pressesprecherin
Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau
Tel. 06131/16-2550