Talent Management als Königsdisziplin für den Mittelstand

Die Wirtschafts- und Arbeitswelt wandelt sich, so auch das Personalmanagement in Unternehmen. Wie Firmen anhand von „Talent Management“ die Potentiale ihrer Mitarbeiter heben können, um so auch die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft zu steigern, war Thema einer Veranstaltung des Wirtschaftsministeriums.

Als „Königsdisziplin“ bezeichnete Dr. Joe Weingarten, Leiter der Abteilung für Innovation und Technologie im rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium, das strategische Talent Management für den Mittelstand zum Auftakt der Veranstaltungsreihe „Kulturwandel als Unternehmensstrategie“ in Bad Kreuznach. Aktuelle Studien belegten, dass die Ausrichtung des Talent Managements auf die Unternehmensstrategie mit 38 Prozent höherer Eigenkapitalrendite innerhalb von fünf Jahren zu einer signifikanten Steigerung des Unternehmenserfolgs führten.

Die Digitalisierung in der Wirtschaft erfordere neben der technischen Fortentwicklung ehemals analoger Prozesse, der Evolution von Geschäftsmodellen sowie einer angepassten beruflichen Ausbildung auch die spezifische berufliche Weiterbildung der Fachkräfte. Weingarten zeigte sich davon überzeugt, dass „der Konkurrenzkampf der Zukunft als Kompetenzkampf geführt wird“. Deshalb unterstütze das Wirtschaftsministerium die berufliche Anpassung an die Digitalisierung der Arbeitswelt. „Denn nur durch eine gemeinsame Weiterentwicklung der technischen Digitalisierung und des Fachkräftepotentials kann die digitale Transformation in der Wirtschaft zum Erfolg geführt werden“, unterstrich Weingarten.

Prof. Dr. Ellena Werning von der Fachhochschule des Mittelstands aus Bielefeld machte in ihrem Fachvortrag deutlich, dass rund 84 Prozent der Beschäftigten unterhalb ihrer Potentialentfaltung liegen, was zu rund 25 Prozent Leistungseinbuße sowie mehr als 20 Prozent Produktivitätsverlust und letztendlich von Innovationskraft in den Unternehmen führt. „Die Zahl der inneren Kündigungen kostet die deutsche Wirtschaft zwischen 90 und 105 Milliarden Euro“, führte Werning aus.

Brigitte Steuck, Head of Leadership Development im Bereich Corporate Human Resources, betonte, dass die BSH Hausgeräte GmbH aus München den internationalen Ausbau des Talent Managements konsequent vorangetrieben hat, um weltweit ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. „Dass wir darin erfolgreich sind, wurde uns mehrmals bestätigt: Bei einer aktuellen Befragung des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens trendence unter Young Professionals zählt die BSH zu den gefragtesten Arbeitgebern. In der Branche Elektrotechnik und Elektronik belegt sie Rang 16, in der Konsumgüter-Branche sogar Platz 5 der beliebtesten Arbeitgeber. Auch auf internationaler Ebene konnte sich die BSH in diesem Jahr über Top Employer-Auszeichnungen in insgesamt 15 Ländern freuen“, führte Steuck aus.

Rund 130 Geschäftsführer, Personal- und Führungsverantwortliche trafen sich zum Informations- und Erfahrungsaustausch in Bad Kreuznach. Organisiert wird die Veranstaltung von den beiden BGM*-Netzwerken Rheinhessen und Rhein-Hunsrück in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsministerium und prevent.on.

(*Betriebliches Gesundheitsmanagement)

Fotos der Veranstaltung finden Sie hier.

Susanne Keeding
Pressesprecherin
Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau
Tel. 06131/16-2550