Becht: „Investition in die Köpfe!“ Fachschule Landwirtschaft setzt auf Digitalisierung

Digitalisierung in der Landwirtschaft in Theorie und Praxis – das DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück und die DEULA GmbH haben mit dem aktuellen Schuljahr den Unterrichtsumfang deutlich aufgestockt. Staatssekretär Andy Becht hat das Praxismodul der Schüler besucht und warb für die weitere Ausbildung.

„Wir investieren hier in die Köpfe. Unsere Landwirte müssen wissen, welche Möglichkeiten ihnen die digitale Technik eröffnet und wie sie die neuen Verfahren gewinnbringend und ressourcenschonend einsetzen können. DLR und DEULA zeigen den Weg, wie unsere Landwirte schon in der Berufs- und Fachschule an das notwendige Datenmanagement herangeführt werden“, sagte Staatssekretär Andy Becht bei seinem Besuch des digitalen Praxismoduls der Schüler des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück (DLR R-N-H) bei der DEULA.

Das DLR in Bad Kreuznach ist im Südwesten Deutschlands die größte Schule für Berufe im Agrarsektor. Mit dem Schuljahr 2017/2018 wurde in der Fachschule Landwirtschaft der Unterrichtsumfang mit Schwerpunkt Digitalisierung deutlich aufgestockt.

Die Schüler lernen über vier Jahre hinweg. Sie werden zunächst bei der Tabellenkalkulation abgeholt und über Hofprogramme zur Dokumentation und Planung bis hin zu mobilen Apps geführt, die am Feld Entscheidungshilfen für die Landwirte bieten. Beim Praxiseinsatz von informationsgestützten Landtechnikanwendungen lernen die Schüler, Steuerungsdaten zur präzisen Bewirtschaftung der Böden aufzuarbeiten sowie die automatisierte Dokumentation auszuwerten.

Becht begrüßte die enge Zusammenarbeit am Standort Bad Kreuznach zwischen dem DLR R-N-H und der DEULA Rheinland-Pfalz GmbH, die den praxisnahen Unterricht an Maschinen mit der Unterstützung einer Reihe von Firmen aus der Landtechnik umsetzt.

Ökonomierat Norbert Schindler, Präsident der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz (LWK RLP), sagte, die Aus-, Fort- und Weiterbildung junger Menschen in den Grünen Berufen habe sich kontinuierlich am technischen Fortschritt zu orientieren. „Neben den technischen Voraussetzungen müssen wir hier auch für das notwendige Know-how bei unseren Fach- und Führungskräften in den landwirtschaftlichen Betrieben sorgen und damit direkt bei den Auszubildenden anfangen“, so Schindler weiter.

„Mit dem Tablet im Kuhstall, dem GPS-gesteuerten Traktor auf dem Acker, der vollelektronischen Weinpresse im Kelterhaus oder dem Computer in der Vermarktung - die Digitalisierung ist in der Landwirtschaft angekommen und hat Einzug in viele Bereiche gehalten.“ Die Ausbildungsbetriebe, die Berufs- und Fachschulen an den DLR und die DEULA sowie die LWK müssten Hand in Hand arbeiten und für geeignete Bildungsangebote sorgen. Auch der überbetrieblichen Ausbildung komme eine besondere Bedeutung zu. „Junge Menschen nutzen Smartphone, Tablet & Co. permanent. Das bedeutet jedoch noch lange nicht, dass sie auch den qualifizierten Einsatz in der beruflichen Praxis beherrschen. Den Einsatz von Maschinen und Geräten auf neuestem technischen Stand zu lehren, muss unser Ziel sein“, betont Präsident Schindler. Daher begrüßt er aus Sicht der Praxis die präsentierte technologieorientierte Zusammenarbeit zwischen dem DLR und der DEULA bei der Fachschulausbildung.

Die DEULA hat den Auftrag im Rahmen des ausgelagerten Berufsschulunterrichts in den Ausbildungsberufen Landwirt(in), Winzer(in) und Gärtner(in) land- und gartenbautechnische Themen im Bereich Technik zu unterrichten. Dabei wird auf der Ebene der Grundausbildung vor allem ein praxisbezogener, berufsorientierter Unterricht durchgeführt, der erste digitale Bausteine abdeckt. Darüber hinaus führt die DEULA Schulungen im Bereich der Techniker- und Meisterausbildung mit Schwerpunkt Landwirtschaft durch und unterstützt hierbei den Unterricht vom DLR R-N-H und der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz.

Susanne Keeding
Pressesprecherin
Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau
Tel. 06131/16-2550