Andy Becht: Sechs Thesen für eine gute Zukunft der Landwirtschaft und der ländlichen Räume

Sechs Thesen zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) hat Staatssekretär Andy Becht auf der Auftaktveranstaltung „Start up! ELER post2020 – Gemeinsam in die neue Förderperiode“ aufgestellt. Das Fazit: „Ein starkes Europa braucht starke Regionen. Es braucht vor allem Menschen, die sich mit Europa identifizieren.“

„Rund drei Viertel der Menschen in Rheinland-Pfalz leben im ländlichen Raum. Wir müssen die Lebensqualität im ländlichen Raum sichern und dafür Sorge tragen, dass Bildung, Ausbildung, Arbeit oder Existenzgründung vor Ort weiter möglich ist. Ich möchte die Lebendigkeit unserer ländlichen Räume erhalten und dazu beitragen, dass die Menschen in ihrer Heimat gut leben können. Dafür bietet die 2. Säule der GAP die richtigen Instrumente“, sagte Staatssekretär Andy Becht in Boppard.

78 Expertinnen und Experten tauschten sich auf Einladung des Ministers bei der Auftaktveranstaltung „Start up! ELER post2020 – Gemeinsam in die neue Förderperiode“ über die Programmplanung für die neue EU-Förderperiode 2021-2027 aus. 

Der Staatssekretär stellte in diesem Zusammenhang sechs Thesen vor, die ihm bei der anstehenden GAP-Reform besonders wichtig sind:

1. Wir müssen ländliche Räume attraktiver für Bewohner und Unternehmer gestalten.

2. Wir brauchen gute und verlässliche Rahmenbedingungen für eine leistungsfähige, wettbewerbsfähige, marktorientierte und nachhaltige Landwirtschaft.

3. Wir brauchen verstärkt Innovationen, Beratung und Wissenstransfer.

4. Wir müssen die betrieblichen und überbetrieblichen Entwicklungen in der Agrarwirtschaft begleiten.

5. Wir müssen die erreichten Umweltleistungen der Landwirtschaft absichern und ausbauen.

6. Wir brauchen eine Verwaltungsvereinfachung auf allen Ebenen.

„Wir müssen unsere unverzichtbaren Standardprogramme um innovative Ansätze ergänzen. Landwirtschaft und ländliche Entwicklung bedingen einander, müssen Hand in Hand gehen“, sagte Becht. Neben der klassischen Landwirtschaft gehörten auch andere Bereiche wie die Tourismusförderung, Existenzgründerprogramme oder Investitionen in die Infrastruktur zu einer Politik für den ländlichen Raum.

Der von der EU-Kommission angekündigte Paradigmenwechsel in der Umsetzung der GAP biete Chancen, so Becht. „Die Neuerungen bereiten aber auch Sorge und haben das Potential für neue bürokratische Fallstricke!“, sagt der Staatssekretär. Insbesondere kritisierte Becht an den Kommissionsvorschlägen den „erheblichen Rückgang der Finanzmittel in der 2. Säule der GAP“.

Becht verwies auf das kommende Jahr, in dem Rheinland-Pfalz den Vorsitz der Agrarministerkonferenz übernehme und versprach: „Hier werden wir uns für eine sachgerechte Weiterentwicklung der GAP nach 2020 stark machen.“

Susanne Keeding

Pressesprecherin

Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau

Tel. 06131/16-2550