Wissing: Schifffahrt stärken – Land will in Landstromförderung für Schiffe einsteigen

Rheinland-Pfalz will in die Landstromförderung für Schiffe einsteigen und sich an der Bundesförderung für Landstromanlagen beteiligen. Darauf hat sich das Kabinett heute verständigt und ist damit dem Vorschlag von Verkehrsminister Dr. Volker Wissing gefolgt. Voraussetzung für das Förderprogramm ist zunächst, dass der Bund und die Länder eine entsprechende Verwaltungsvereinbarung unterzeichnen.

„Mit dem Einstieg in die Landstromförderung wollen wir dazu beitragen, die Binnenschifffahrt klimaschonender zu machen und ihre Akzeptanz zu erhöhen. Die Schifffahrt ist sowohl für den Transport als auch für den Tourismus in Rheinland-Pfalz von zentraler Bedeutung“, sagte Verkehrsminister Dr. Volker Wissing. 

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat über den Energie- und Klimafonds aus dem Bundeshaushalt Fördermittel für Landstromanlagen bereitgestellt. „Ursprünglich nur für die Seehäfen der Küstenländer vorgesehen, konnte in Verhandlungen mit dem Bund erreicht werden, dass auch die Binnenhäfen von den Bundesmitteln profitieren können“, sagte Wissing.

Grundlegende Voraussetzung für die Umsetzung eines Landstrom-Förderprogramms auch in Rheinland-Pfalz ist zunächst die Unterzeichnung einer Bund-Länder-Vereinbarung von Bund und den an dem Förderprogramm interessierten Bundesländern. Wissing hofft, dass auch die übrigen Länder die Vereinbarung zügig unterzeichnen.

Hintergrund:

Während der Liegezeiten der See- und Binnenschiffe werden Strom und Wärme für den eigenen Verbrauch auf dem Schiff in der Regel mit Hilfe der Dieselmotoren erzeugt. Elektrische Landanschlüsse an den Landstromanlagen sollen es der Schifffahrt ermöglichen, während des Güterumschlages oder der Wartezeit an den Liegestellen auf dieselbetriebene Motoren oder Generatoren zu verzichten und sich stattdessen an das Stromnetz anzuschließen. 

Binnenschiffe gelten grundsätzlich als vergleichsweise umweltfreundlich. Mit der Etablierung von Landstromlagen für Binnenschiffe kann die Umweltbilanz weiter deutlich verbessert werden. Im Fokus stehen hierbei Frachtschiffe in den Binnenhäfen sowie insbesondere Fahrgastkabinenschiffe mit hohem Energiebedarf an innenstadtnahen Anlegestellen.

Mit modernen und leistungsfähigen Anlagen könnte das bestehende Stromtankstellennetz im deutschen Wasserstraßennetz auch an Rhein und Mosel weiter ausgebaut werden. Im Ergebnis würde ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Umweltbilanz der Binnenschifffahrt geleistet.

Nicola Diehl
Pressesprecherin
Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau
Tel. 06131/16-2220