Becht: 250.000 Euro für ersten Kur- und Heilwald in Rheinland-Pfalz

Staatssekretär Andy Becht hat einen Bewilligungsbescheid in Höhe von 250.000 Euro für den ersten „Kur- und Heilwald“ in Rheinland-Pfalz an den Oberbürgermeister der Stadt Lahnstein Peter Labonte überreicht. Das Projekt wird im Rahmen des LEADER-Ansatzes zur Stärkung ländlicher Räume gefördert.

„Die Entwicklung des Kur- und Heilwaldes in Lahnstein verbindet Gesundheitswirtschaft und Natur sowie Stadtentwicklung und soziale Aspekte. Damit zeigt das Vorhaben, welche neuen Verknüpfungen und innovativen Ansätze durch LEADER möglich sind“, betonte Landwirtschaftsstaatssekretär Andy Becht die vielfältigen Fördermöglichkeiten, die der europäische LEADER-Ansatz in den ländlichen Regionen von Rheinland-Pfalz bietet. „Der Kur- und Heilwald mit seinen neuen Angeboten im Bereich Naherholung und Gesundheitstourismus wird die Attraktivität der Stadt Lahnstein steigern, sowohl für die Bürgerinnen und Bürger als auch für Besucher und Gäste.“ Becht dankte allen Mitwirkenden. „LEADER lebt von den Ideen und der aktiven Mitgestaltung der Menschen vor Ort. Ihr Engagement trägt Früchte und macht die Stadt Lahnstein um ein Naherholungsangebot reicher“, so der Staatssekretär.

Insgesamt 250.000 Euro erhält die LAG Welterbe Oberes Mittelrheintal für das Projekt. „Wir werden den ersten anerkannten Kur- und Heilwald in Rheinland-Pfalz dank der Förderung umsetzen können. Darauf sind wir besonders stolz“, so Lahnsteins Bürgermeister Peter Labonte.

Der Kur- und Heilwald soll neue Entwicklungsimpulse für den Stadtteil Lahnstein auf der Höhe setzen. Das medizinische Zentrum Lahnhöhe, die Malberg-Kliniken, das Bundeswehr-Zentralkrankenhaus und die Gesellschaft für Gesundheitsberatung e.V. sind als Partner mit in das Vorhaben eingebunden. Besondere Eigenschaften des Waldes haben eine breite gesundheitsfördernde Wirkung. Dazu werden verschiedene thematische Angebote geschaffen. Geplant sind Therapie- und Entspannungspfade, Therapie-Geräte, Bänke und Liegen, Beschilderung und eine Informationsstation. In einigen Teilen soll das Angebot barrierefrei gestaltet werden, mit Angeboten für Kurgäste sowie für die Einwohnerinnen und Einwohner von Lahnstein und Umgebung.

Peter Unkel, Bürgermeister der VG Hunsrück-Mittelrhein und Vorsitzender der LAG, betonte, dass dank LEADER bereits seit zwanzig Jahren ein breites Spektrum an Vorhaben im Mittelrheintal gefördert werden konnte. LEADER habe sich so als fester Bestandteil zur Entwicklung der Region etablieren können. Er dankte Staatssekretär Andy Becht, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Ministeriums und der ADD Trier sowie allen Beteiligten für die Unterstützung und Bereitstellung der europäischen Fördermittel.

In der aktuellen Förderperiode konnten der LAG Welterbe Oberes Mittelrheintal bereits mehr als 35 Vorhaben mit einer Zuwendung von insgesamt rund 2,2 Mio. Euro (ELER, GAK- und Landesmittel) bewilligt werden.
 

Allgemeine Informationen zu LEADER-Regionen

LEADER ist die Abkürzung des französischen „Liaison entre actions de développement de l’économie rurale“ und wird übersetzt mit „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung des ländlichen Raums“.

LEADER ist ein methodischer Ansatz der Regionalentwicklung, der es lokalen Akteuren ermöglicht, regionale Prozesse mitzugestalten. So kann das Potential einer Region besser genutzt werden und erheblich zur Entwicklung der Region beitragen. Zentral in LEADER sind die sogenannten Lokalen Aktionsgruppen (LAGs).

Mit LEADER werden seit 1991 modellhaft innovative Aktionen im ländlichen Raum gefördert. Der LEADER-Ansatz steht als eigener Schwerpunkt im Entwicklungsprogramm EULLE in Rheinland-Pfalz (Umweltmaßnahmen, Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft, Ernährung) für eine verstärkte Mobilisierung endogener Potentiale in ländlichen Regionen, für eine Verbesserung der regionalen Kooperation, für die Stärkung der Beteiligung der für die Entwicklung einer Region bedeutsamen Akteure und für die Entwicklung und Verbreitung innovativer Handlungsansätze. Dahinter steht die Erkenntnis, dass die ländlichen Regionen durch Identifizierung ihrer individuellen Stärken und Schwächen am besten ihre Entwicklungschancen erkennen und daraus resultierende Strategien zur Mobilisierung des abgeschätzten Potentials entwickeln können.

Nicola Diehl
Pressesprecherin
Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau
Tel. 06131/16-2220